Archiv der Kategorie: Remastert

Kalenderblatt
22. Dezember

Mr. Spock hat sich verbeamt

Kalenderblatt vom 22. Dezember
„Mr. Spock hat sich verbeamt“
„Mr. Spock has beamed wrong“
„El señor Spock se ha hecho funcionario del Estado.“

Acryl, Acrylpaste auf Aquarellbütten ca. 21 x 15 cm

„Mr. Spock hat sich verbeamt“ ist kein ironischer Titel. Er ist ein gedanklicher Sprengsatz. Dieses Bild denkt, bevor es fühlt, und fühlt genau deshalb so präzise. Die dunkle, tief strukturierte Grundfläche wirkt wie ein endloser Raum rationaler Ordnung, kühl, kontrolliert, beinahe bürokratisch verdichtet. Hier herrscht Logik als Landschaft, ein visuelles Äquivalent zur perfekten Aktenlage, zur sauberen Argumentation, zur Welt der klaren Zuständigkeiten.

Mitten in dieses rationale Universum schneidet sich ein vertikaler, gelb-grüner Block , wie ein Dienstausweis, ein Amtsstempel, ein klar definiertes Zuständigkeitsfeld. Er steht aufrecht, unerschütterlich, korrekt. Spock ist angekommen. Nicht im Raumschiff, sondern im System. Die Struktur der Acrylpaste verleiht diesem Feld etwas Mechanisches, fast Rasterhaftes,  als wäre Vernunft hier nicht nur Haltung, sondern Vorschrift.

Doch das Bild verweigert die totale Unterwerfung unter die Ordnung. Rote und gelbe Farbausbrüche drängen sich quer durch die Komposition, wie emotionale Störsignale, wie unzulässige Regungen im perfekt geführten Protokoll. Sie sind nicht zufällig, sie sind Widerstand. Gefühl, Intuition, Impuls brechen durch die rationale Oberfläche und machen deutlich: Selbst der disziplinierteste Geist kann sich nicht vollständig normieren lassen.

Die feinen weißen Spuren und Linien wirken wie Gedankenreste, Erinnerungen, nicht genehmigte Fragen, die sich nicht ausradieren lassen. Und ganz unten – fast beiläufig, fast ironisch – markieren die weißen Striche eine Art Haltelinie. Bis hierher und nicht weiter. Ordnung braucht Grenzen. Aber genau dort beginnt das Menschliche.

Dieses Bild ist eine brillante Parabel auf unsere Zeit: Was passiert, wenn Intelligenz sich institutionalisieren lässt? Wenn Klarheit zur Pflicht wird? „Mr. Spock hat sich verbeamt“ zeigt keine Antwort – es zeigt die Spannung. Zwischen Vernunft und Lebendigkeit. Zwischen System und Seele. Zwischen kosmischem Denken und irdischer Verwaltung.

Ein Werk für Menschen, die wissen, dass wahre Intelligenz nicht kalt ist,   sondern mutig genug, auch das Unlogische auszuhalten.

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Kalenderblatt
22. Dezember

Kalenderblatt zum 22. Dezember

Das Kalenderblatt zum 22. Dezember
„Gesättigte Stille“
„Saturated Stillness“
„Quietud Saturada“

Acryl und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 15 x 21 cm

„Gesättigte Stille“ ist kein Bild im klassischen Sinn, sondern eine Setzung. Es verweigert die Geste, es vermeidet jede erzählerische Ablenkung und entfaltet stattdessen einen Zustand von konzentrierter Präsenz. Dieses Werk will nicht verstanden werden, es will im Blick gehalten. Erst in der Dauer beginnt es zu sprechen.

Die warmen Ocker- und Orangetöne erscheinen nicht aufgetragen, sondern abgelagert. Ihre Wirkung ist nicht sinnlich im dekorativen Sinn, sondern existenziell: Farbe als Erfahrung, als Zeit, als Erinnerung an Bewegung, die längst zur Ruhe gekommen ist. Diese Flächen sind gesättigt, weil sie nichts mehr brauchen. Sie stehen für einen Moment, in dem Intensität nicht mehr nach Ausdruck verlangt, sondern in sich ruht.

Die markante vertikale blaue Struktur durchschneidet den Farbraum nicht, sie ordnet ihn. Sie fungiert als innere Achse, als ruhiger Widerstand, als Moment von Klarheit innerhalb der Wärme. Ihr Blau ist kein Bruch, sondern ein Gegenpol, der Spannung erzeugt, ohne Unruhe zu stiften. Hier entsteht Balance nicht durch Symmetrie, sondern durch bewusste Gegenwärtigkeit.

Die horizontalen Schichtungen im unteren Bildbereich verleihen dem Werk Schwere und Erdung. Sie sind kein Fundament im materiellen Sinn, sondern ein emotionaler Träger, der das Bild verankert. Nichts hebt ab, nichts verliert sich. Jede Fläche weiß um ihre Grenze. Jede Farbe kennt ihr Maß.

Die Stille dieses Bildes ist dicht. Sie ist erfüllt von Zurückhaltung, von Verdichtung, von dem, was nicht mehr formuliert werden muss. Es ist eine Stille nach der Entscheidung, nicht davor. Eine Ruhe, die nicht aus Leere entsteht, sondern aus Vollzug.

„Gesättigte Stille“ fordert keine Interpretation. Sie ermöglicht Präsenz. Wer sich ihr aussetzt, wird nicht geführt, sondern bleibt. Und in diesem Bleiben offenbart sich eine leise, aber souveräne Kraft: Farbe als Zustand. Ruhe als Haltung.

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