Archiv der Kategorie: Remastert

Kalenderblatt
20. Januar

Kalenderblatt zum 20. Januar

Das Kalenderblatt zum 20. Januar
„Lichtfeld am Rande des Himmels“
“Field of Light at the Edge of the Sky”
“Campo de luz en el borde del cielo”


Acryl, Glitter und Acrylpaste auf Torchon ca 15 x 21 cm

Dieses Bild setzt eine Präsenz. Es ist klar in seiner Wirkung und entschieden in seiner Erscheinung. Als Lichtfeld am Rande des Himmels öffnet es einen Raum, der nicht erklärt werden muss, um spürbar zu sein. Die Fläche trägt eine Spannung, die nicht gesucht, sondern gefunden wirkt,  als wäre sie bereits da gewesen, bevor Farbe und Material sie freigelegt haben.

Das Licht ist das tragende Moment. Nicht dekorativ, nicht flüchtig, sondern substantiell. Es steigt aus einem dichten, gelbgrundierten Feld auf, durchzogen von Schichten, Widerständen und Spuren. Die Materialität ist bewusst eingesetzt: Acrylpaste gibt Halt, verdichtet, verlangsamt. Die glitzernden Einschlüsse sind keine Effekte, sondern Markierungen von Intensität, Punkte gesteigerter Gegenwärtigkeit im Gefüge der Fläche.

Das Blau formt keinen Himmel, sondern eine Grenze. Einen offenen Rand, an dem sich das Bild nicht schließt, sondern weiterführt. Hier entsteht Bewegung ohne Richtung, Weite ohne Flucht. Die Übergänge bleiben sichtbar, die Schichtung lesbar. Nichts wird geglättet, nichts aufgelöst. Das Bild hält seine Spannung aus.

Zwischen Tiefe und Aufleuchten entsteht ein kraftvolles Gleichgewicht. Kein Motiv dominiert, kein Zentrum bindet den Blick. Stattdessen entsteht ein Feld, das den Betrachtenden trägt und zugleich fordert. Wahrnehmung wird hier nicht konsumiert, sondern aktiviert.

Am Rande des Himmels verdichtet sich Erfahrung. Das Lichtfeld wirkt wie ein innerer Horizont, nicht fern, sondern gegenwärtig. Es bleibt stehen, wirkt nach und behauptet genau das, was es ist: Präsenz, Tiefe und ein leuchtender Moment von Beständigkeit.

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Kalenderblatt
19. Januar

Mittwoch Nacht im Mittelmeer links von Kreta

Kalenderblatt vom 19. Januar
„Mittwoch Nacht im Mittelmeer links von Kreta“
„Wednesday night in the Mediterrean Sea, on the left of Crete“
„Miércoles de la noche en el Mediterráneo a la izquierda de Creta

Acryl, Acrylpaste auf Acrylpapier ca. 15 x 21 cm

Dieses Bild ist kein geografischer Ort, sondern ein innerer Zustand. „Mittwoch Nacht im Mittelmeer links von Kreta“ benennt keinen Punkt auf der Landkarte, sondern einen präzisen Moment jenseits der Alltagslogik, eine Zeit, in der der Lärm des Tages abgeklungen ist und das Bewusstsein beginnt, sich nach innen zu wenden. Die dunkle, nahezu samtige Fläche des oberen Bildraums öffnet sich wie eine atmende Nacht, dicht, weit und von stiller Präsenz erfüllt. Sie ist nicht leer, sondern gesättigt von Spuren, von feinen Einschreibungen, Überlagerungen und Verdichtungen, als hätte die Zeit selbst hier kurz angehalten, um ihre leisen Gedanken zu hinterlassen.

Das tiefe Blau am unteren Rand setzt einen ruhigen, tragenden Gegenpol. Es ist Meer, Fundament und Halt zugleich, ein stilles Feld von Beständigkeit, das den Blick erdet, während darüber das Unbestimmte schwebt. Dieses Blau wirkt gesammelt und souverän, fast schützend. Dazwischen liegt eine hauchdünne Linie, kaum wahrnehmbar und doch entscheidend, die Trennung und Verbindung zugleich markiert. In ihr bündelt sich die Spannung zwischen Sicherheit und Offenheit, zwischen dem, was trägt, und dem, was sich entzieht.

Die goldenen Aufhellungen im Dunkel erscheinen wie ferne Lichter ohne Quelle. Sie lassen an Sterne denken, an Spiegelungen auf bewegtem Wasser oder an Gedanken, die in schlaflosen Nächten aufblitzen, ohne sich festhalten zu lassen. Dieses Gold ist kein Akzent, sondern ein leises Versprechen, ein Hinweis auf Sinn, der sich nicht erklärt, sondern erfahren werden will.

Die Materialität – Acryl und Acrylpaste auf Papier – verstärkt den Eindruck von gelebter Zeit. Die Oberfläche widersetzt sich dem schnellen Blick, fordert Verlangsamung. Dieses Bild will nicht verstanden, sondern betreten werden. Es lädt dazu ein, innerlich abzusinken wie in dunkles, warmes Wasser und zugleich den Blick zu heben, dorthin, wo sich Bedeutung nur andeutet.

So wirkt dieses Werk wie eine nächtliche Meditation mitten in der Woche: ein Innehalten zwischen zwei Tagen, fern von Ziel und Zweck. Es spricht jene an, die das Leise wahrnehmen, das Unbestimmte zulassen und wissen, dass gerade im Dunkel Orientierung entstehen kann.

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