Kategoriearchiv: Remastert

Kalenderblatt
20. September

Kalenderblatt 20. September

Das Kalenderblatt zum 20. September
„Im Atem der Glut“
“ In the Breath of the Blaze“
„En el aliento del resplandor„

Acryl und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 15 x 21 cm

Feuer trifft auf Kälte, Glut auf Himmel, Verdichtung auf Weite. Im unteren Bereich brechen Rot, Orange und Gelb aus der Fläche hervor. Die Farben scheinen sich gegenseitig anzufachen, überlagern und durchdringen sich. Darüber öffnet sich ein bewegter Raum aus Blau und Weiß, durchzogen von Spuren, Verwischungen und widerständigen Strukturen.

Nichts ist hier eindeutig Landschaft, und doch entsteht die Ahnung eines Ortes. Vielleicht sehen wir einen brennenden Horizont, aufgewühltes Wasser, Gestein oder einen Himmel nach einem Sturm. Formen tauchen auf und entziehen sich wieder. Das Bild bewegt sich an jener Grenze, an der Gegenständliches für einen Augenblick sichtbar wird und sich gleich darauf wieder in reine Malerei verwandelt.

Die Acrylpaste gibt dieser Bewegung eine körperliche Präsenz. Farbe liegt nicht einfach auf dem Papier. Sie verdichtet sich, wird aufgebrochen, überlagert und wieder freigelegt. Manche Partien wirken beinahe verwundet, andere wie vom Licht ausgewaschen. Die Oberfläche trägt ihre Entstehung in sich. Sie bewahrt die Bewegung des Malens, ohne sie in einer festen Form erstarren zu lassen.

Besonders deutlich wird die Spannung zwischen den beiden großen Kräften des Bildes. Unten sammelt sich die Glut. Darüber herrschen Blau, Weiß und ein beinahe entmaterialisiertes Licht. Doch beide Bereiche sind nicht sauber voneinander getrennt. Sie dringen ineinander ein, als würden Feuer und Himmel denselben Atem teilen.

Gerade darin liegt die eigentliche Kraft des Werkes: Das Feuer erobert nicht das ganze Bild.

Es bleibt gebunden an den unteren Raum. Über ihm entsteht Weite. Dadurch erzählt das Bild weniger von Zerstörung als von einem Übergang. Etwas scheint zu verbrennen, sich aufzulösen oder zurückzubleiben, während sich gleichzeitig ein neuer Raum öffnet.

Der Titel „Im Atem der Glut“ führt diesen Gedanken weiter. Glut ist nicht die offene Flamme. Sie ist zurückgehaltene Energie. Sie kann verlöschen, aber ebenso erneut aufflammen. In ihr existieren Ende und Anfang gleichzeitig.

Der Atem wiederum steht für Leben und Rhythmus: Einatmen und Ausatmen, Annehmen und Loslassen, Werden und Vergehen. So wird die äußere Bewegung der Farben allmählich zu einer inneren Bewegung.

Das Bild kann als Moment der Transformation gelesen werden. Nicht der große dramatische Umbruch steht im Mittelpunkt, sondern jener viel leisere Augenblick danach: Das Vergangene ist noch nicht vollständig verschwunden, und das Kommende besitzt noch keine feste Gestalt.

Vielleicht ist deshalb trotz aller malerischen Unruhe eine eigentümliche Ruhe in diesem kleinen Bild verborgen.

Die Glut ist noch da.
Aber über ihr öffnet sich bereits der Himmel.

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Kalenderblatt
20. September

Eines Tages

Kalenderblatt zum 20. September
“ Eines Tages „

„One of these days“
„Cualquier día“

Acryl, Acrylpaste auf Aquarellbütten ca. 21 x 15 cm

Es gibt Bilder, die einen Ort zeigen, und andere, die von einem Zustand erzählen. „Eines Tages“ gehört zu den Bildern, in denen die Landschaft aufgehört hat, Landschaft zu sein. Erde, Himmel, Feuer und Licht sind nicht mehr voneinander zu trennen. Sie sind zu Materie geworden, zu Erinnerung, zu einer Oberfläche, in der Zeit ihre Spuren hinterlassen hat.

Das Gold ist hier kein Schmuck. Es wirkt wie etwas, das aus der Tiefe hervordringt. Als hätte die Dunkelheit selbst begonnen zu leuchten. Darunter lagern schwere, erdige Zonen, aufgebrochen von Rot, das an Glut, Verletzung oder an eine noch nicht erloschene Kraft erinnert.

Die pastose Oberfläche bewahrt das Geschehene. Risse, Verdichtungen und Überlagerungen werden zu einer Art Gedächtnis der Materie. Nichts erscheint vollkommen abgeschlossen. Alles befindet sich zwischen Vergehen und Entstehen.

Und dann dieser Titel: „Eines Tages“.

Er verspricht nichts Bestimmtes. Er nennt weder Zeit noch Ziel. Vielleicht liegt gerade darin seine Kraft. Denn das Bild erzählt nicht von Erlösung als einem fertigen Zustand. Es erzählt von der Möglichkeit der Verwandlung.

Eines Tages wird aus der Wunde vielleicht Licht.
Eines Tages wird aus der Schwere vielleicht Gold.
Eines Tages.

Nicht heute. Nicht morgen.

Aber die Möglichkeit ist bereits im Bild vorhanden.

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