Kategoriearchiv: Morgenbild

Kalenderblatt
08. Februar

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Das Morgenbild zum 8. Februar
„Erkenntnis aus dem Wirbel des Meeres“
“Insight from the Whirlpool of the Sea”
“Conocimiento desde el remolino del mar”

Acryl und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 15 x 21 cm

. Dieses Bild ist ein Geschehen. Aus einer bewegten, blau-weißen Masse formt sich etwas, das an Meer erinnert, an Strömung, an Wirbel, doch was hier sichtbar wird, ist nicht Wasser, sondern Erkenntnis in Bewegung.

Der Bildraum ist von Dynamik erfüllt. Schicht um Schicht schiebt sich die Acrylpaste über das Papier, rau, widerständig, fast geologisch. Nichts ist glatt, nichts abgeschlossen. Die Oberfläche trägt Spuren von Druck, von Widerstand, von Entstehung. Erkenntnis erscheint hier nicht als plötzlicher Geistesblitz, sondern als Prozess, geboren aus Reibung, aus Bewegung, aus Tiefe. Das Blau ist nicht ruhig, es arbeitet. Es wirbelt, öffnet, zieht hinein.

Aus diesem Strudel heben sich zwei ovale Formen, wie Augen, wie Wahrnehmungszentren. In ihnen leuchtet Gold und warmes Rot, Inseln von Bewusstsein im tosenden Feld. Sie wirken wach, lauernd, präsent. Nicht beobachtend im äußeren Sinn, sondern erkennend. Als hätte das Meer selbst begonnen zu sehen. Der Goldgrund verstärkt diesen Eindruck: Er verweist auf etwas Zeitloses, Ikonisches, fast Sakrales. Hier wird Erkenntnis nicht gedacht, sie wird erfahren.

Die Komposition balanciert zwischen Chaos und Ordnung. Der Wirbel trägt, aber er verschlingt nicht. Er ist Ursprung, nicht Bedrohung. Das Bild erzählt davon, dass Wissen nicht über der Welt steht, sondern aus ihr hervorgeht. Aus Tiefe. Aus Bewegung. Aus dem Mut, sich hineinziehen zu lassen. Erkenntnis entsteht hier nicht durch Distanz, sondern durch Hingabe.

Erkenntnis aus dem Wirbel des Meeres“ ist damit eine visuelle Metapher für innere Prozesse: für das Durchdringen von Unklarheit, für das Vertrauen in das Nicht-Fertige, für das Wissen, das sich erst zeigt, wenn man bereit ist, die Kontrolle loszulassen. Ein stilles, kraftvolles Bild über das Sehen jenseits der Oberfläche  und über die Weisheit, die im Strudel des Lebens verborgen liegt.

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Kalenderblatt
7. Februar

Kalenderblatt vom 07. Februar
„Luftlinie 6294 km zum Himalaya“
„Air-line distance 6294 km to the Himalayas“
„Aerolínea 6294 km a Himalaya“

Acryl. Bleistift, Acrylpaste auf Aquarellbütten ca. 15 x 21 cm

„Luftlinie 6294 km zum Himalaya“ ist kein Landschaftsbild im geografischen Sinn, es ist eine innere Wegmarke, ein gemalter Abstand zwischen Hier und Dort, zwischen dem Alltäglichen und dem Erhabenen. Die Komposition öffnet sich wie ein atmender Horizont: oben das gleißende Gelb, durchzogen von warmen Orange- und Ockertönen, wirkt wie eine verdichtete Sonne, ein geistiger Raum, der nicht scheint, sondern zieht. Darunter schieben sich kantige, zerklüftete Formen in Blau, Grau und Weiß ineinander, Gebirge aus Erinnerung, Erfahrung, Widerstand.

Die Bleistiftlinien sind sichtbar geblieben, tastend, suchend, fast fragil. Sie verleihen dem Bild eine menschliche Unsicherheit, als würde der Weg nicht behauptet, sondern immer wieder neu vermessen. Acrylpaste hebt einzelne Partien an, macht sie körperlich, greifbar, als müsse man die Distanz nicht nur sehen, sondern fühlen, Schicht für Schicht. Die Berge erscheinen dadurch nicht monumental im klassischen Sinn, sondern innerlich aufgerichtet, wie Hindernisse, die zugleich Prüfungen und Initiationen sind.

Das Blau spricht von Tiefe, Kälte, Konzentration, mentaler Höhe, nicht romantischer Ferne. Dazwischen brechen rote Akzente hervor, roh und ungezähmt, wie Lebensenergie, wie Blutspuren des Weges, wie Erinnerung daran, dass jede Annäherung an das Wesentliche durch Reibung entsteht. Nichts ist glatt, nichts gefällig. Dieses Bild will nicht gefallen, es will wahr sein.

Der Titel verankert das Werk radikal: 6294 Kilometer, eine exakte Zahl, nüchtern, fast technisch. Und doch ist sie reine Metapher. Denn diese Entfernung misst keinen Raum, sondern Bewusstsein. Der Himalaya steht hier nicht für ein Gebirge, sondern für das absolute Außen, das höchste Innen, den Punkt, an dem sich Erdschwere und Geist berühren. Die Luftlinie ist kurz, der Weg jedoch existentiell.

Dieses Bild erzählt von Sehnsucht ohne Sentimentalität, von Spiritualität ohne Ornament, von einer Bewegung, die nicht ankommt, sondern ausrichtet. Es ist ein Werk für Menschen, die wissen, dass Transformation nicht im Ziel liegt, sondern im Gehen, im Schichten, im Aushalten der eigenen Konturen. „Luftlinie 6294 km zum Himalaya“ ist kein Versprechen auf Ankunft, es ist eine Einladung, loszugehen.

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