Kategoriearchiv: Morgenbild

Kalenderblatt
13. Februar

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Das Morgenbild zum 13. Februar
„Ein Riss in der Realität“
„A Rift in Reality“
“ Una fisura en la realidad“

Aquarell, Tusche und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 21 x 15 cm

Dieses Bild wirkt auf den ersten Blick still und reduziert und genau darin liegt seine Kraft. Eine weite, leuchtende Gelbfläche öffnet einen Raum, der nicht beschreibt, sondern fühlen lässt. Das Gelb trägt die Qualität von Wärme, Aufbruch und innerem Licht; es ist kein dekorativer Hintergrund, sondern ein Feld von Möglichkeiten.

In dieses Feld tritt die rote Kreisform wie ein pulsierender Fixpunkt. Sie ist nicht nur Sonne, nicht nur Planet, sie erscheint wie ein Bewusstseinskern, ein energetischer Mittelpunkt, der Präsenz behauptet. Das Rot glüht gegen das Gelb, und in dieser Spannung entsteht ein leiser, aber spürbarer Dialog zwischen Lebenskraft und Weite.

Dann geschieht das Entscheidende: Die feine, dunkle Linie durchzieht den Raum wie eine Spur, ein Bruch, eine Naht. Sie wirkt organisch, fast tastend, als würde sie sich erst im Moment des Betrachtens formen. Hier entsteht der eigentliche Impuls des Bildes,  ein Riss, der nicht zerstört, sondern öffnet. Er ist keine Wunde, sondern eine Passage.

Die dunkleren, verdichteten Formen entlang dieser Linie erinnern an Vegetation, an Landschaft, vielleicht an Erinnerung. Sie verankern das Bild kurz in etwas Erdhaftem, nur um es im nächsten Moment wieder ins Offene zu entlassen. Dadurch entsteht ein Spannungsfeld zwischen Struktur und Auflösung, zwischen Halt und Übergang.

Der Titel „Ein Riss in der Realität“ bekommt hier eine leise, aber eindringliche Bedeutung: Dieses Werk zeigt keinen dramatischen Bruch, sondern einen Moment, in dem die gewohnte Wirklichkeit durchlässig wird. Etwas scheint sich zu verschieben, kaum sichtbar, aber unumkehrbar. Genau in dieser feinen Irritation liegt die poetische Stärke des Bildes.

So bleibt der Betrachter nicht vor einer Landschaft stehen, sondern vor einem Zustand. Das Werk lädt dazu ein, den Augenblick zu spüren, in dem Gewissheiten weich werden und sich ein neuer Raum öffnet, ein stiller Übergang von dem, was wir Realität nennen, zu dem, was dahinter wartet.

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Kalenderblatt
12. Februar

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Das Kalenderblatt zum 12. Februar
„Transversale Ultramarin“
“Ultramarine Transversal”
“Transversal Ultramar”

Acryl und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 15 x 21 cm

Dieses Bild öffnet einen weiten, stillen Resonanzraum, in dem Tiefe, Bewegung und Verwandlung gleichzeitig spürbar werden. Das dominante Ultramarin wirkt wie ein unendlicher Innenhimmel, nicht kalt, sondern tragend, fast mütterlich und damit eine klare Spannung erzeugt: Hier begegnen sich Stille und Impuls, Weite und Verdichtung, Empfang und Ausstrahlung.

Der Bogen erscheint nicht als dekoratives Element, sondern als Zeichen eines Übergangs. Er wirkt wie eine Schwelle, ein Moment, in dem etwas geboren wird, sich ankündigt oder die Richtung wechselt. Das Gold-Ocker trägt eine Qualität von Wärme und Lebendigkeit in das tiefe Blau hinein, als würde sich Licht durch eine dichte Atmosphäre brechen. Dadurch entsteht der Eindruck eines inneren Ereignisses: ein Aufleuchten im Bewusstseinsraum, eine Spur von Erkenntnis, die nicht laut, sondern würdevoll geschieht.

Die sichtbaren Strukturen der Acrylpaste verstärken diesen Eindruck von Echtheit und Prozess. Nichts wirkt glatt oder abgeschlossen; stattdessen bleibt die Oberfläche spürbar in Bewegung, als wäre das Bild ein eingefrorener Moment eines fortlaufenden Wandels. Gerade diese haptische Qualität vermittelt, dass Transformation hier nicht als Idee, sondern als erlebter Vorgang verstanden werden will, etwas, das durch Schichten, Widerstände und Verdichtung hindurch entsteht.

Im Zusammenspiel von Tiefe und Bogen entfaltet sich eine stille Dramaturgie: Das Blau hält, schützt und umfasst, während der warme Arcus wie eine innere Bahn des Lichts darüber hinwegzieht. So entsteht eine Komposition, die weniger erzählt als erinnert – an Zustände von Sammlung, an das Gefühl, kurz vor einer Einsicht zu stehen, an den Moment, in dem sich im Inneren eine neue Ordnung formt. Dieses Bild spricht nicht in Worten, sondern in Schwingung – und genau darin liegt seine Kraft: Es zeigt keinen äußeren Himmel, sondern einen inneren Horizont.

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