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Kalenderblatt
17. April

Gewitterfront im Anmarsch

Das Kalenderblatt zum 17. April
“Gewitterfront im Anmarsch”
“thundery front on the way”
“Frente tromentoso llegando”

Aquarell und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 15 x 21 cm

Am Horizont, dort wo das Zarte ins Bedrohliche kippt, begann sich etwas zusammenzuziehen, das mehr war als nur Wetter.

Der Tag hatte leicht begonnen, fast unschuldig, ein Hauch von Grün, der sich sanft über die Landschaft legte, und ein rosiges Licht, das wie ein Versprechen zwischen Himmel und Erde schwebte. Doch dann kam sie. Die Gewitterfront. Nicht laut, nicht abrupt, sondern schleichend, wie ein Gedanke, den man zu lange verdrängt hat.

Zuerst war es nur ein Schatten. Ein dunkler Schleier, der sich über das Licht legte, als wolle er es prüfen. Dann wuchs er, verdichtete sich, färbte den Himmel in ein tiefes Violett, das zugleich faszinierte und warnte. Die Luft hielt den Atem an. Alles wartete.

Inmitten dieser Stille stand ein Mensch, allein, aber nicht verloren. Er spürte, dass dieses Heranziehen des Sturms kein Zufall war. Es war, als würde der Himmel selbst eine Geschichte erzählen, eine, die nicht in Worten, sondern in Farben geschrieben war.

Das Grün zu seinen Füßen flüsterte von Hoffnung, von Neubeginn. Das zarte Rosa erinnerte an das, was einmal war, weich, verletzlich, fast vergessen. Doch über allem thronte dieses vibrierende Dunkel, das keine Angst kannte, sondern nur Wahrheit.

„Es wird kommen“, dachte er. „Und es wird alles verändern.“

Doch anstatt sich abzuwenden, blieb er stehen. Denn er verstand plötzlich: Jede Gewitterfront ist nicht nur ein Ende, sie ist der Beginn von Klärung. Der Himmel musste sich entladen, um wieder klar zu werden. Die Farben mussten kollidieren, um sich neu zu ordnen.

Ein erster Windstoß zog über das Land, trug den Duft von Regen mit sich, schwer, ehrlich, unvermeidlich. Und in diesem Moment, zwischen Erwartung und Aufbruch, lächelte der Mensch.

Denn er wusste: Was jetzt kommt, mag stürmisch sein, aber es ist genau das, was gebraucht wird.

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Kalenderblatt
17. April

Sonntag Morgen

Kalenderblatt vom 17. April
“Sonntag Morgen”
“Sunday morning”
“Domingo por la mañana”

Tusche auf Aquarellbütten ca. 21 x 15 cm

Dieses Bild trägt den Titel „Sonntag Morgen“  und genau so wirkt es: klar, reduziert, fast meditativ  und doch voller leiser Bedeutungsschichten.

Auf den ersten Blick sehen wir eine einfache Komposition: eine strahlend gelbe Sonne, umgeben von rhythmisch gesetzten Strahlen, darunter zwei Kreise, ein roter, lebendig pulsierender, und ein dunkler, fast verschlossener. Am unteren Rand wachsen kleine, pflanzenartige Formen, zart, roh, noch im Werden. Doch diese scheinbare Einfachheit ist ein bewusster künstlerischer Akt: Reduktion als Verdichtung von Sinn.

Die Sonne dominiert nicht nur visuell, sie ist das Zentrum der Ordnung, der Ursprung von Zeit, Energie und Bewusstsein. Ihre Strahlen wirken nicht weich oder romantisch, sondern fast grafisch gesetzt, wie Impulse, die in die Welt ausgesendet werden. Es ist kein Sonnenaufgang im klassischen Sinne, es ist ein Erwachen des Prinzips Licht selbst.

Darunter entfaltet sich eine zweite Ebene: Der rote Kreis wirkt wie ein Herz, ein inneres Feuer, ein Lebensimpuls, während der dunkle Kreis daneben das Unbewusste, das Noch-Nicht-Erleuchtete oder das Ruhende symbolisiert. Zwischen beiden entsteht eine Spannung, Tag und Nacht, Bewusstsein und Schatten, Aktivität und Potenzial. Und genau in dieser Spannung liegt die Dynamik des Bildes.

Die kleinen, fast kindlich anmutenden Pflanzenformen am unteren Rand sind dabei alles andere als zufällig. Sie stehen für das, was aus dieser kosmischen Ordnung heraus wächst, für Leben, Entwicklung, vielleicht sogar für den Menschen selbst, der zwischen Licht und Dunkelheit seinen Weg findet.

„Sonntag Morgen“ ist somit kein Landschaftsbild, sondern eine archetypische Momentaufnahme eines inneren Zustands. Es erzählt von einem Zeitpunkt, an dem alles still ist und gleichzeitig alles beginnt. Ein Moment, in dem die Welt nicht laut ist, sondern klar. Nicht komplex, sondern wesentlich.

Und genau darin liegt seine Kraft:
Dieses Bild verlangt nichts, es öffnet. Es erklärt nichts, es erinnert.

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