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Kalenderblatt
10. Februar

Geisterstunde am See

Kalenderblatt vom 10. Februar
“Geisterstunde am See”
“Witching hour lake-side”
“Hora de los fantasmas al lago”

Quarzsand, Acryl, Acrylpaste auf Acrylpapier ca. 15 x 21 cm

„Geisterstunde am See“ ist kein Bild, das man betrachtet, es ist ein Bild, das einen betritt. Es öffnet einen Schwellenraum zwischen Tag und Nacht, zwischen Sichtbarem und Gefühltem, zwischen Materie und Erinnerung. Die grobkörnige Oberfläche des Quarzsands verleiht dem Werk eine archaische Erdhaftigkeit, als wäre diese Landschaft nicht gemalt, sondern freigelegt worden, Schicht für Schicht, Zeitspur für Zeitspur.

Im oberen Bildraum glüht ein rostrot-goldenes Firmament, das weniger Himmel als innerer Zustand ist. Es wirkt wie das Nachleuchten eines vergangenen Tages oder das Aufglimmen einer alten Geschichte, die sich dem Vergessen widersetzt. Diese Zone trägt etwas Unruhiges, beinahe Wachendes in sich, als würden sich dort Stimmen sammeln, flüchtig, ungreifbar, kurz vor dem Verschwinden. Die Geisterstunde ist hier kein Spuk, sondern ein Moment höchster Präsenz: wenn alles still wird und das Verborgene hörbar.

Darunter liegt der See, dunkel, schwer, von Grün- und Blauschichten durchzogen. Die Acrylpaste modelliert seine Oberfläche so, dass sie weder ruhig noch bewegt ist, sondern in einem dauerhaften Dazwischen verharrt. Dieser See spiegelt nichts Konkretes. Er schluckt. Er bewahrt. Er ist ein Gedächtnisraum, in dem Emotionen sedimentieren dürfen. Gelbe Lichtbahnen schneiden durch das Dunkel wie letzte Reflexe des Bewusstseins, wie Erinnerungen, die noch einmal aufblitzen, bevor sie versinken.

Die Komposition führt den Blick nicht in die Tiefe, sondern in die Erfahrung. Horizont und Grenze lösen sich auf, oben und unten kommunizieren miteinander, als gehörten sie demselben inneren Terrain an. Genau darin liegt die Kraft dieses Bildes: Es zeigt keine Landschaft, sondern einen seelischen Zustand, den jeder kennt, der schon einmal wach lag, während die Welt schlief.

„Geisterstunde am See“ ist ein Bild über Übergänge, über das Loslassen des Tages, das Aufsteigen des Unbewussten und die stille Wahrheit, die nur im Halbdunkel erscheint. Es lädt nicht zur Erklärung ein, sondern zur Resonanz. Wer sich darauf einlässt, spürt: Hier schaut nicht jemand auf einen See, hier schaut der See zurück.

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Kalenderblatt
9. Februar

Kalenderblatt 9. Februar

Das Kalenderblatt zum 9. Februar
“die Geschichte von Licht, das Wurzeln schlug”
“The Story of Light Taking Root”
“La historia de la luz que echó raíces”

Acryl und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 21 x 15 cm

Dieses Bild erzählt keine Szene, es öffnet einen Ursprung.
Die Geschichte von Licht, das Wurzeln schlug“ wirkt wie ein Moment kurz nach dem Beginn von allem, als das Leuchten noch nicht Himmel war, sondern Erde suchte. Im Zentrum glüht ein warmes, fast goldenes Licht, kein grelles Strahlen, sondern ein inneres Leuchten, das sich nicht ausbreitet, sondern einsinkt. Es will bleiben. Es will verbunden sein.

Die umgebenden Formen erinnern an Blattwerk, Lianen, wuchernde Bewegung,  doch nichts ist botanisch festgelegt. Der Dschungel hier ist kein Ort, sondern ein Zustand: lebendig, atmend, wach. Die dunkleren Grüntöne und erdigen Braunschichten rahmen das Licht wie eine schützende Umarmung. Natur erscheint nicht als Kulisse, sondern als handelndes Wesen, das dem Licht Raum gibt, es aufnimmt, es verankert.

Die Spuren der Acrylpaste verleihen dem Bild eine körperliche Präsenz. Man sieht nicht nur Farbe, man spürt Widerstand, Schichtung, Verdichtung. Das Licht musste sich seinen Platz erarbeiten, Schicht für Schicht, wie eine Wurzel, die sich durch Erde tastet. Genau darin liegt die emotionale Kraft des Werkes: Licht ist hier keine flüchtige Erscheinung, sondern eine Entscheidung.

Zwischen den warmen Gold- und Ockertönen und den dunkleren, fast geheimnisvollen Randzonen entsteht eine Spannung, die den Blick hält. Es ist die Spannung zwischen Sichtbarkeit und Verborgensein, zwischen dem Mut zu leuchten und der Notwendigkeit, sich einzuwurzeln. Dieses Bild spricht von Wachstum, das nicht laut ist. Von Transformation, die nicht explodiert, sondern reift.

Am Ende bleibt das Gefühl, dass man Zeuge von etwas Intimem geworden ist: einem stillen Akt der Verkörperung. Licht wird hier nicht gefeiert, es wird getragen. Und genau darin liegt seine Stärke.

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