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Kalenderblatt
4. August

Strandbad

Das Kalenderblatt zum 4. August
“Strandbad”

“Lido”
“El lido”
Acryl, Pigment und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 21 x 15 cm

„Strandbad“ präsentiert sich als bewusst roh und symbolisch aufgeladene Arbeit mit einer klaren, archetypischen Bildsprache. Die Komposition ist in drei Hauptzonen gegliedert: ein tiefblauer Himmel, eine zentrale kreisrunde Form in Goldgelb (möglicherweise Sonne oder Mond), und eine erdige Zone in Ocker mit drei Farbfeldern am unteren Bildrand. Dazwischen schwingt eine rote, fast flammenartige Geste wie ein Bogen durch das Bild – als wäre sie emotionales Bindeglied oder Trennlinie zwischen den Sphären.

Stärken:

  • Farbkomposition: Die Primärfarben – Blau, Rot, Gelb – wirken kraftvoll, direkt und erinnern an kindlich-unverstellte Zugänge zur Malerei. Zusammen mit dem Schwarz-Weiß-Kontrast der unteren Quadrate ergibt sich ein spannungsgeladenes Farbdreieck, das durchaus an die symbolische Sprache des Bauhauses erinnert.

  • Materialität: Die haptische Oberfläche durch Acrylpaste gibt dem Werk eine physische Tiefe, die über das rein Bildhafte hinausweist. Das Gold im Zentrum fängt Licht und Blick gleichermaßen ein, fast wie ein spirituelles Zentrum.

Kritische Anmerkungen:

  • Komposition: Die untere Reihe der drei Quadrate wirkt gesetzt, fast zu konstruiert im Verhältnis zum sonst eher gestischen Duktus. Sie nehmen dem Bild etwas von seiner intuitiven Kraft und erzeugen eine zu harte visuelle Zäsur.

  • Lesbarkeit: Die zentrale Symbolik – Kreis unter dunklem Himmel, roter Bogen, Farbfelder – wirkt aufgeladen, fast allegorisch, bleibt aber inhaltlich unentschieden. Der Titel „Strandbad“ verspricht etwas Leichtes, Öffentliches, Körperliches – das Bild dagegen wirkt eher wie eine spirituelle Landschaft oder ein inneres Ritualbild.

  • Maltechnik: Der Umgang mit den Materialien ist expressiv, aber in Teilen auch unbeholfen. Die Blauschicht oben wirkt etwas unkontrolliert verrieben, wodurch sie mehr verdeckt als strukturiert. Hier könnte eine bewusstere Differenzierung in den Lasuren dem Bild mehr Tiefe verleihen.

Fazit:
„Strandbad“ steht zwischen symbolischer Aufladung und kindlich-freier Formensprache. Es hat Mut zur Reduktion und Farbe, verliert sich aber stellenweise in stilistischer Unentschiedenheit. Mit einer klareren Haltung zu Komposition und Motiv könnte dieses Werk eine stärkere innere Geschlossenheit entfalten. So bleibt es ein interessantes, aber noch tastendes Bild zwischen Emotion und Konzept.

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Kalenderblatt
3. August

Samstag Abend, kurz vor der Sportschau

Das Kalenderblatt zum 3. August
“Samstag Abend, kurz vor der Sportschau”

“Saturday evening, shortly before the sport show”
Sábado tarde, brevemente antes de la Radiocadena Deportes
Acryl und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 21 x 15 cm

Samstag Abend, kurz vor der Sportschau“ – dieser vielschichtige Bildtitel, ein augenzwinkerndes Zitat aus dem Film „Das Leben des Brian“, öffnet einen ebenso ironischen wie tiefgründigen Resonanzraum. Was auf den ersten Blick wie ein chaotisches Gefüge aus dunklen Texturen, kryptischen Zeichen und leuchtend gelben Akzenten erscheint, entfaltet sich bei näherem Hinsehen zu einer inneren Landschaft zwischen kollektiver Konditionierung und individuellem Aufbruch.

Die dichte Struktur aus aufgetragenen Zeichenreihen, die an maschinell wiederholte Codes oder alte Druckwalzen erinnern, ruft eine Atmosphäre der Reizüberflutung hervor. Wie eine Matrix der Gewohnheit liegt sie über dem Bildgrund – ein Symbol für Alltagsroutinen, die sich über das eigene Sein legen. Inmitten dieser Codierung flammt jedoch etwas auf: die gelben Farbakzente, energisch und lebendig, fast wie spontane Lichtblitze des Bewusstseins. Sie durchbrechen das Dunkel, fordern auf zum Innehalten, zum Lauschen nach innen.

Die eingebetteten Figuren und Formen wirken wie Schatten der Vergangenheit oder Fragmente des Unbewussten. Sie lassen sich nicht klar benennen, erinnern aber an symbolische Wesen oder Bewegungsformen, die eine Transformation andeuten. Es scheint, als wolle das Bild uns dazu einladen, den „Samstagabend“ – jenen Übergang zwischen Aktivität und Entspannung – nicht nur als kulturelles Ritual, sondern als Schwelle zum inneren Raum neu zu begreifen.

In dieser Perspektive wird das Bild zu einem Portal. Es öffnet sich dorthin, wo der Automatismus des Alltags durchbrochen wird und Raum für Erkenntnis entsteht. Vielleicht liegt in diesem ironischen Verweis auf die Sportschau auch ein feiner Impuls: der Ruf, den inneren Sender einzuschalten, bevor das Außen wieder dominiert.

Ein Werk, das nicht belehrt, sondern erinnert. Daran, dass der Weg zu sich selbst auch durch das scheinbar Banale führen kann – und dass Erkenntnis oft dort beginnt, wo wir unerwartet zum Staunen gebracht werden.

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