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Kalenderblatt
12. April

Türen bergen Geheimnisse

Das Kalenderblatt zum 12. April
“Türen bergen Geheimnisse”
“Doors hold msyteries”
“Puertas entrañan misterios”

Aquarell und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 21 x 15 cm

Dieses Bild spricht leise und doch mit einer Eindringlichkeit, die sich nicht entziehen lässt. Eine Tür steht im Zentrum, schlicht, verschlossen, und doch geladen mit Bedeutung. Sie ist kein architektonisches Detail, sondern ein Symbol: die Schwelle zwischen dem Bekannten und dem Unbekannten, zwischen dem Sichtbaren und dem Verborgenen, zwischen dem, was wir sind – und dem, was wir sein könnten.

Die Farbwelt verstärkt diese Spannung auf subtile Weise. Das warme, fast glühende Orange der Tür wirkt wie ein inneres Licht, als würde hinter ihr etwas pulsieren, etwas Lebendiges, vielleicht sogar etwas Heiliges. Es ist kein kaltes, distanziertes Leuchten, sondern eines, das einlädt, das lockt, das ruft. Diese Tür ist kein Hindernis. Sie ist ein Versprechen.

Gleichzeitig umgibt sie ein Feld aus Violett, eine Farbe, die traditionell für Transformation, Spiritualität und das Geheimnisvolle steht. Das Violett wirkt wie ein energetischer Raum, ein Schleier zwischen den Welten, in dem sich Formen auflösen und neu entstehen. Nichts ist hier klar definiert, alles scheint im Fluss. Es ist der Raum der Möglichkeit, aber auch der Unsicherheit.

Und genau hier liegt die eigentliche Kraft dieses Werkes: Es konfrontiert uns mit der Frage, ob wir bereit sind, diese Tür zu öffnen. Denn jede Tür, die ein Geheimnis birgt, stellt auch eine Herausforderung dar. Sie verlangt Mut. Sie verlangt Vertrauen. Und vor allem verlangt sie die Bereitschaft, das Alte hinter sich zu lassen.

Vielleicht ist diese Tür nicht im Außen. Vielleicht ist sie in uns selbst. Vielleicht steht sie genau dort, wo wir zögern, wo wir uns klein halten, wo wir noch nicht den nächsten Schritt wagen. Das Bild hält uns diesen Moment vor Augen, den Moment kurz vor der Entscheidung.

Denn eines ist klar: Die Tür wird sich nicht von selbst öffnen. Aber sie wartet. Geduldig. Still. Und voller Möglichkeiten.

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Kalenderblatt
12. April

Bewegung über den Wassern

Kalenderblatt vom 12. April
“Bewegung über den Wassern”
“Movement over the waters”
“Movimiento sobre los aguas”

Acryl, Acrylpaste, Quarzsand auf Aquarellbütten ca. 15 x 21 cm

In einer Zeit, als die Welt noch nicht Form, sondern Möglichkeit war, ruhte alles in einem tiefen, atmenden Blau, ein grenzenloses Feld aus Werden und Vergehen, still und doch von unsichtbarer Bewegung durchzogen. Es war das Urmeer der Möglichkeiten, in dem nichts festgelegt und doch alles bereits angelegt war.

Über diese Wasser zog ein Hauch, kaum wahrnehmbar, und doch von unendlicher Präsenz, ein Bewusstsein, das begann, sich selbst zu erinnern.

Zuerst war es nur ein Flirren, ein leises Zittern im Dunkel. Dann entstanden Spuren: zarte, wirbelnde Linien aus Licht und Sand, die sich wie geheime Schrift durch die Tiefe zogen. Es waren keine Zeichen im herkömmlichen Sinn, sondern Impulsfelder des Werdens, jede Bewegung ein Gedanke, jede Verdichtung ein Versprechen von Form.

Und die Wasser antworteten.

Was zuvor still war, begann zu schwingen. Das Dunkel wurde durchlässig, durchzogen von goldenen Partikeln, die aufleuchteten wie Erinnerungen, nicht an Vergangenes, sondern an das, was erst entstehen wollte. Es war, als würde sich die Welt selbst entwerfen, im gleichen Moment, in dem sie sich gebar.

Inmitten dieser vibrierenden Weite offenbarte sich eine Präsenz, nicht als Gestalt, sondern als reine Dynamik, als lebendiger Rhythmus. Sie bewegte sich nicht über das Wasser, sie war die Bewegung selbst. Wo sie sich entfaltete, gewann das Chaotische Richtung. Wo sie innehielt, entstand Bedeutung.

Doch sie war kein einzelnes Prinzip.

Aus der Tiefe erhoben sich weitere Strömungen, zunächst tastend, dann kraftvoller. Sie antworteten, widersprachen, ergänzten sich. Ein kosmischer Dialog begann, jenseits von Sprache, getragen allein von Schwingung und Resonanz. Und in diesem Zusammenspiel begann sich das Formlose zu ordnen, ohne seine Freiheit zu verlieren.

Die goldenen Partikel verdichteten sich, wie Sterne, die noch nicht am Himmel stehen, sondern im Wasser träumen. Sie erschienen und vergingen, verbanden sich neu, lösten sich wieder, ein pulsierendes Spiel von Geburt und Auflösung. Und doch ging nichts verloren, denn alles war eingebettet in einen größeren Atem, der alles durchdrang.

Dann kam der Wendepunkt.

Die Bewegung hielt inne, nicht als Stillstand, sondern als bewusstes Innehalten im Zentrum aller Möglichkeiten. Für einen einzigen, unermesslichen Moment fiel alles zusammen: das, was war, das, was sein könnte, und das erste klare Aufleuchten dessen, was ist.

In diesem Augenblick wurde das Wasser zum Spiegel.

Und im Spiegel erkannte sich die Bewegung selbst.

„Ich bin“, kein Laut, sondern eine ursprüngliche Schwingung, die sich durch alles zog und alles neu ordnete.

Mit dieser Erkenntnis veränderte sich das Gefüge. Die Strömungen wurden klarer, die Linien entschiedener, die goldenen Spuren leuchteten mit innerer Gewissheit. Aus dem freien Fließen wurde bewusste Schöpfung, aus Möglichkeit wurde Richtung.

Und doch blieb das Geheimnis bestehen:

Dass alles in Bewegung war.
Dass nichts endgültig wurde.
Dass jede Form nur ein gefrorener Augenblick des ewigen Tanzes ist.

So trägt jedes Wasser dieser Welt, jeder Ozean, jeder Fluss, jeder Tropfen, jede Träne, die Erinnerung an diesen ersten Impuls in sich.

Wenn du still wirst, wirklich still, und beginnst zu lauschen, kannst du ihn noch wahrnehmen:
die leisen Wirbel im Verborgenen, die goldenen Spuren im Dunkel, die Bewegung, die niemals aufgehört hat.

Denn alles, was existiert, entspringt diesem einen, unerschöpflichen Ursprung:

der Bewegung über den Wassern.

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