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Kalenderblatt
17. April

Sonntag Morgen

Kalenderblatt vom 17. April
“Sonntag Morgen”
“Sunday morning”
“Domingo por la mañana”

Tusche auf Aquarellbütten ca. 21 x 15 cm

Dieses Bild trägt den Titel „Sonntag Morgen“  und genau so wirkt es: klar, reduziert, fast meditativ  und doch voller leiser Bedeutungsschichten.

Auf den ersten Blick sehen wir eine einfache Komposition: eine strahlend gelbe Sonne, umgeben von rhythmisch gesetzten Strahlen, darunter zwei Kreise, ein roter, lebendig pulsierender, und ein dunkler, fast verschlossener. Am unteren Rand wachsen kleine, pflanzenartige Formen, zart, roh, noch im Werden. Doch diese scheinbare Einfachheit ist ein bewusster künstlerischer Akt: Reduktion als Verdichtung von Sinn.

Die Sonne dominiert nicht nur visuell, sie ist das Zentrum der Ordnung, der Ursprung von Zeit, Energie und Bewusstsein. Ihre Strahlen wirken nicht weich oder romantisch, sondern fast grafisch gesetzt, wie Impulse, die in die Welt ausgesendet werden. Es ist kein Sonnenaufgang im klassischen Sinne, es ist ein Erwachen des Prinzips Licht selbst.

Darunter entfaltet sich eine zweite Ebene: Der rote Kreis wirkt wie ein Herz, ein inneres Feuer, ein Lebensimpuls, während der dunkle Kreis daneben das Unbewusste, das Noch-Nicht-Erleuchtete oder das Ruhende symbolisiert. Zwischen beiden entsteht eine Spannung, Tag und Nacht, Bewusstsein und Schatten, Aktivität und Potenzial. Und genau in dieser Spannung liegt die Dynamik des Bildes.

Die kleinen, fast kindlich anmutenden Pflanzenformen am unteren Rand sind dabei alles andere als zufällig. Sie stehen für das, was aus dieser kosmischen Ordnung heraus wächst, für Leben, Entwicklung, vielleicht sogar für den Menschen selbst, der zwischen Licht und Dunkelheit seinen Weg findet.

„Sonntag Morgen“ ist somit kein Landschaftsbild, sondern eine archetypische Momentaufnahme eines inneren Zustands. Es erzählt von einem Zeitpunkt, an dem alles still ist und gleichzeitig alles beginnt. Ein Moment, in dem die Welt nicht laut ist, sondern klar. Nicht komplex, sondern wesentlich.

Und genau darin liegt seine Kraft:
Dieses Bild verlangt nichts, es öffnet. Es erklärt nichts, es erinnert.

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Kalenderblatt
16. April

Verpfuschtes Bild Nr. 87

Kalenderblatt vom 16. April
“Verpfuschtes Bild Nr. 87”
“Boobed picture number 87”
“Cuadro estropeado número 87”

Quarzsand, Acrylpaste, Tusche, Gesso auf Aquarellbütten ca. 21 x 15 cm

„Verpfuschtes Bild Nr. 87“, ein Titel, der provoziert, irritiert und zugleich eine raffinierte Falle stellt. Denn was hier als misslungen deklariert wird, entzieht sich jeder vorschnellen Bewertung und entfaltet eine stille, beinahe subversive Kraft. Die grobkörnige, in warmen Ocker und Sandtönen gehaltene Oberfläche wirkt wie ein Terrain der Unordnung, rau, ungebändigt, scheinbar zufällig. Doch gerade diese vermeintliche Unkontrolliertheit bildet den Nährboden für eine tiefere Wahrheit: Hier wird nicht kaschiert, hier wird offengelegt.

Im Zentrum dieses Spannungsfeldes öffnet sich ein klar definierter, fast makelloser Kreis, ein visueller Ruhepol, der sich wie ein Gegenentwurf zur umgebenden Struktur behauptet. Innerhalb dieses Kreises erscheint eine reduzierte, fast fragile Pflanzengestalt in dunkler Tusche, zart und zugleich entschlossen, wie ein stilles Aufbegehren gegen das Chaos ringsum. Sie wirkt nicht dekorativ, sondern existenziell: ein Zeichen von Leben, das sich nicht erklären muss, sondern einfach da ist.

Die Komposition spielt mit Gegensätzen, die sich nicht aufheben, sondern bewusst nebeneinander bestehen bleiben: Ordnung und Unordnung, Kontrolle und Zufall, Perfektion und Bruch. Genau darin liegt die eigentliche Raffinesse dieses Werkes. Der scheinbare Makel wird zur Aussage, der Bruch zur Strategie. Das „Verpfuschte“ entpuppt sich als radikale Ehrlichkeit, als bewusste Absage an glatte Oberflächen und gefällige Ästhetik.

Dieses Bild fordert heraus nicht laut, sondern mit einer leisen, eindringlichen Konsequenz. Es zwingt den Betrachter, seine eigenen Maßstäbe zu hinterfragen: Was ist gelungen? Was ist erlaubt? Und wer entscheidet das überhaupt?

Am Ende bleibt keine eindeutige Antwort, sondern eine Erkenntnis, die nachwirkt: Vielleicht ist das Unvollkommene nicht der Fehler im System, sondern der einzige Ort, an dem Wahrheit sichtbar wird.

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