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Kalenderblatt
26. Februar

Drahtzieher

Das Kalenderblatt zum 26. Februar
“Drahtzieher”
“Puppet Master”
“Titiretero”

Acryl und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 15 x 21 cm

Manchmal entscheidet nicht die Größe über die Macht, sondern die Verbindung. Genau diesen Moment macht „Drahtzieher“ sichtbar. Nicht als lautes Spektakel, sondern als konzentrierte Verdichtung von Energie, Einfluss und innerem Feuer.

In glühenden Rot- und Orangetönen breitet sich ein nahezu kosmischer Raum aus, der zugleich archaisch und innerseelisch wirkt. Das Feuer am oberen Bildrand scheint nicht einfach Lichtquelle zu sein, sondern Zentrum einer Energie, die alles durchdringt. Es ist ein pulsierender Kern, Sonne, Schöpfungsherd oder vielleicht das brennende Bewusstsein selbst.

Aus diesem Glutraum heraus steht eine kleine, beinahe schemenhafte Figur. Unspektakulär in ihrer Größe, fast verloren im monumentalen Farbraum  und doch der eigentliche Angelpunkt der Komposition. Von ihr führt eine feine Linie nach oben in das Leuchten hinein. Dieser zarte Faden wirkt unscheinbar, aber er ist entscheidend: Hier wird nicht gezogen, hier wird gelenkt. Die Geste ist minimal, die Wirkung maximal. Das ist die stille Dramaturgie des Bildes.

Der untere Bildbereich kontrastiert mit einer kühleren, fragmentierten Landschaft. Gebrochene Formen, graublaue Strukturen, eine Art zerklüftetes Terrain, wie eine Welt im Zustand der Bewegung oder Zersplitterung. Während oben das Feuer der Ursache lodert, liegt unten das Feld der Wirkung. Oben Impuls, unten Realität. Dazwischen die Figur, der Vermittler, der Initiator, der Drahtzieher.

Die Materialität verstärkt diese Aussage. Die Acrylpaste schafft Relief, Widerstand, Verdichtung. Nichts ist glatt, nichts gefällig. Die Oberfläche wirkt wie aufgerissen, wie unter Spannung. Dadurch entsteht eine physische Präsenz, die den inhaltlichen Kern unterstreicht: Macht ist kein abstrakter Gedanke, sie hinterlässt Spuren. Sie formt Landschaften, innere wie äußere.

Doch „Drahtzieher“ ist kein plattes Machtbild. Es ist subtiler. Die Figur wirkt nicht dominant, sondern beinahe demütig vor der Glut. Vielleicht zeigt das Werk, dass der wahre Drahtzieher nicht der ist, der sichtbar befiehlt, sondern derjenige, der mit feinem Gespür Energien verbindet. Ein Impuls genügt, um Welten zu verschieben.

So gelesen wird das Bild zu einer Reflexion über Einfluss und Verantwortung. Wer oder was steuert die Kräfte in unserem Leben? Sind wir Spielball der Glut, oder halten wir selbst den Faden? Die Komposition lässt diese Frage offen und zwingt den Betrachter, Stellung zu beziehen.

„Drahtzieher“ ist damit nicht nur ein visuelles Ereignis, sondern eine psychologische Bühne. Ein Werk über die unsichtbaren Verbindungen zwischen Ursprung und Manifestation, zwischen innerem Feuer und äußerer Form. Es zeigt, dass das Entscheidende oft nicht im Vordergrund geschieht, sondern an dem Punkt, an dem ein feiner Draht das Unsichtbare mit der sichtbaren Welt verknüpft.

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Kalenderblatt
25. Februar

Kalenderblatt zum 25. Februar

Das Kalenderblatt zum 25. Februar
“Aufbruch aus der Tiefe in den unendlichen Raum”
“Emergence from the Depth into Infinite Space”
“Partida desde la profundidad hacia el espacio infinito”

Acryl und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 21 x 15 cm

Aufbruch aus der Tiefe in den unendlichen Raum ist kein Bild im herkömmlichen Sinn, es ist ein Verdichtungsmoment. Eine visuelle Schwelle. Ein energetischer Wendepunkt, eingefroren in Farbe und Struktur.

Die Tiefe als Ursprung
Der dunkle, vielschichtige Umraum ist kein Hintergrund. Er ist Herkunft. Er erzählt von Reibung, von innerem Ringen, von gewachsener Substanz. Die pastosen Strukturen, die Überlagerungen, die gebrochenen Farbtöne erzeugen ein Feld, das lebendig pulsiert. Hier ist nichts dekorativ. Alles trägt Spannung. Diese Tiefe ist nicht Bedrohung, sie ist Potenzial.

Die Entscheidung als Bewegung
Aus dieser Verdichtung löst sich eine klare, gerichtete Form. Eine Diagonale, die nicht tastet, sondern zielt. Sie wirkt wie ein Impuls, der lange gereift ist und nun keine Verzögerung mehr duldet. Diese Linie steht für Entschlusskraft. Für den Moment, in dem das Innere Form annimmt. Für den Übergang vom Diffusen ins Konkrete.

Das Zentrum als Quelle und Ziel
Das leuchtende Gold im Zentrum ist mehr als ein Lichtpunkt. Es ist ein Brennraum. Ein energetischer Kern, der zugleich anzieht und ausstrahlt. Das Gelb-Orange glüht nicht oberflächlich, es scheint von innen heraus zu entstehen. Dieses Zentrum wirkt wie ein Tor, wie eine Sonne, wie eine Öffnung ins Grenzenlose. Es ist nicht nur Ziel der Bewegung, es ist Ursprung einer neuen Dimension.

Transformation als Prozess
Das Werk inszeniert keinen dramatischen Umbruch, sondern eine organische Wandlung. Der Weg ins Weite führt nicht an der Tiefe vorbei, sondern durch sie hindurch. Die Struktur der Oberfläche, spürbar, greifbar, körperlich, macht deutlich: Entwicklung ist ein Prozess. Schicht für Schicht. Erfahrung für Erfahrung.

Mut als leise Kraft
Dieses Bild spricht nicht von heroischem Pathos, sondern von stiller Entschlossenheit. Von innerer Klarheit. Von dem Punkt, an dem Zögern endet und Richtung entsteht. Der „Aufbruch“ geschieht nicht im Außen, er ist ein innerer Akt. Ein Perspektivwechsel. Eine Ausrichtung.

Der unendliche Raum als Bewusstseinsöffnung
Der Titel verweist auf Weite, doch diese Weite ist nicht geografisch. Sie ist existenziell. Der unendliche Raum ist ein Zustand. Ein Bewusstseinsfeld, das sich öffnet, sobald der Schritt gewagt wird. Das Bild hält genau diesen Übergang fest: den Moment, in dem Enge sich löst und Horizont entsteht.

Wer diesem Werk begegnet, steht nicht nur vor Farbe und Form. Er steht vor einer Einladung. Einer Einladung, die eigene Tiefe nicht zu meiden, sondern als Ausgangspunkt zu begreifen. Denn genau dort beginnt der Weg in den unendlichen Raum.

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