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Kalenderblatt
28. Februar

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Kalenderblatt zum 28. Februar
“Das Feuer des Anfangs im Raum der Welt”
“The Fire of Origin in the Space of the World”
“El fuego del origen en el espacio del mundo”

Acryl, Seidenpapier und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 15 x 21 cm

Bevor irgendetwas Form annimmt, bevor Gedanken Worte finden und Materie Gewicht bekommt, gibt es einen Augenblick reiner Intensität. Kein Bild. Kein Symbol. Sondern eine Verdichtung von Möglichkeit. Genau diesen Moment hält dieses Werk fest.

„Das Feuer des Anfangs im Raum der Welt“ zeigt keinen Sonnenaufgang und keine kosmische Explosion. Es zeigt die stille, kraftvolle Entscheidung des Lichts, sich zu zeigen. Im Zentrum pulsiert ein leuchtender Kern, nicht als dekoratives Element, sondern als energetischer Ursprung. Dieses Glühen wirkt wie ein geistiger Brennpunkt, in dem sich Bewusstsein sammelt, bevor es in die Welt tritt. Hier entsteht Richtung. Hier entsteht Wille.

Die umgebenden Schichten wirken bewegt, beinahe widerständig. Dunklere Töne umkreisen das Zentrum wie Materie, die noch nicht weiß, welche Gestalt sie annehmen wird. Das Bild erzählt damit nicht von Harmonie, sondern von Spannung. Von Reibung. Von dem notwendigen Druck, der jede Schöpfung begleitet. Transformation ist kein sanfter Vorgang, sie ist ein Akt innerer Entschlossenheit.

Die roten Linien schneiden nicht, sie setzen. Sie wirken wie Koordinaten eines geistigen Ereignisses. Eine vertikale Bewegung , Verbindung von oben nach unten. Eine horizontale Bewegung,  Ausdehnung in die Welt. Zusammen markieren sie den Ort, an dem das Unsichtbare Position bezieht. Geist erhält Raum. Energie erhält Orientierung.

Durch die reliefartige Materialität, das Schichten, Verdichten, Überlagern, gewinnt das Werk eine physische Präsenz. Es ist nicht bloß Abbildung, sondern Verkörperung. Man spürt: Hier wurde nicht illustriert, hier wurde gerungen. Jede Struktur trägt den Abdruck eines Prozesses. Schöpfung hinterlässt Spuren.

Dieses Bild spricht nicht über einen historischen Anfang. Es spricht über den immerwährenden Ursprung im Menschen selbst. Über jenen inneren Punkt, an dem Klarheit entsteht. An dem sich das Eigene aus dem Ungeformten herauslöst. Der Raum der Welt beginnt im Raum des Bewusstseins.

Und vielleicht liegt genau darin seine stille Provokation: Das Feuer ist bereits da. Die Frage ist nur, ob wir ihm Raum geben.

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Kalenderblatt
27. Februar

Versteckspiel

Das Kalenderblatt zum 27. Februar
“Versteckspiel”
“Juego del escondite”
“Hide and seek”

Acryl und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 21 x 15 cm

Schon im ersten Moment erzeugt „Versteckspiel“ eine Spannung, die nicht laut ist, sondern unerbittlich. Dieses kleine Format – gerade einmal 21 x 15 cm – trägt eine Bildenergie in sich, die größer wirkt als seine Maße. Es ist, als halte man ein verdichtetes Stück Innerlichkeit in der Hand.

Die untere Fläche lodert in einem intensiven Orange, roh, unmittelbar, fast körperlich. Darüber spannt sich ein gleißendes Gelb, das nicht einfach Himmel ist, sondern Atmosphäre, ein vibrierender Möglichkeitsraum. Die gezackte violette Linie dazwischen wirkt wie eine fragile Schwelle, eine Silhouette, ein Übergang zwischen zwei Bewusstseinszuständen. Nichts ist hier idyllisch. Alles steht unter Spannung.

Und dann dieser radikale Einschnitt: Rechts schiebt sich eine vertikale, dunkel strukturierte Zone ins Bild. Schwarz, durchzogen von Grau, aufgebrochen durch feine rötliche Spuren. Die Acrylpaste baut Relief, Widerstand, eine tastbare Verdichtung. Hier beginnt das Verborgene. Nicht als Leere, sondern als aufgeladener Raum. Als Speicher.

Das eigentliche „Versteckspiel“ findet zwischen diesen Polen statt. Links die expansive Farbfläche, offen, direkt, exponiert. Rechts die kompakte Tiefe. verschlossen, vielschichtig, geheimnisvoll. Die Komposition kennt keinen sanften Übergang; sie setzt auf Kontrast, auf klare Setzung. Genau darin entfaltet sich ihre Kraft. Zwei Zustände existieren nebeneinander, ohne Kompromiss, aber in Beziehung.

Das Werk spricht von dem Spannungsfeld zwischen Ausdruck und Schutz. Von der Entscheidung, sich zu zeigen und der ebenso legitimen Entscheidung, sich zu bewahren. Die dunkle Fläche ist kein Gegenpol im Sinne eines Gegners; sie ist ein Resonanzraum. Die feinen roten Linien darin wirken wie Spuren von Bewegung, wie Hinweise auf etwas, das nicht ausgelöscht, sondern lediglich zurückgenommen ist.

Das Aquarellbütten als Träger verstärkt diese Ambivalenz subtil. Trotz der pastosen Schichten bleibt eine Grundsensibilität spürbar. Das Papier nimmt auf, trägt, hält, ohne sich aufzudrängen. Materielle Präsenz trifft auf leise Fragilität.

„Versteckspiel“ ist damit kein dekoratives Farbexperiment, sondern eine präzise gesetzte Bildaussage. Es konfrontiert uns mit einer existenziellen Frage: Was zeigen wir der Welt, und was bewahren wir als inneren Kern? In dieser stillen, aber kompromisslosen Gegenüberstellung liegt seine eigentliche Sogkraft.

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