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Kalenderblatt
29. Januar

Kalenderblatt zum 29. Januar

Das Kalenderblatt zum 29. Januar
„Roter Kreis über gelb-grünem Feld mit dunkler Linie“
„Red Circle Above a Yellow-Green Field with a Dark Line“
„Círculo rojo sobre un campo amarillo-verde con una línea oscura“

Acryl und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 21 x 15 cm

Dieses Bild ist ein Zustand: ein Auftauchen von Licht, das nicht erklärt werden will, sondern erfahren. Das gelb-grüne Feld breitet sich aus wie eine vibrierende Fläche von Gegenwart, nicht lieblich, sondern geladen, als würde der Tag noch im Entstehen sein. Die Farbe wirkt wie Wärme, die sich ihren Raum nimmt, wie ein inneres Wetter, das sich gerade ordnet.

Oben leuchtet ein roter Kreis, nicht als perfekte Sonne, sondern als Verdichtung. In ihm liegt Bewegung, Glut, ein Puls. Er schwebt nicht einfach im Bild, er setzt einen Schwerpunkt, einen stillen Befehl: Hier ist das Zentrum. Die hellen Spuren im Rot wirken wie Atem, wie Rotation, wie etwas Lebendiges, das nicht fixiert, sondern im Werden bleibt.

Darunter spannt sich eine dunkle Linie wie ein Grat durch die Fläche, eine Schwelle zwischen oben und unten, Licht und Struktur. Die zeichnerischen Striche erinnern an Halme, Rippen, Gelände: eine Landschaft, die nicht abbildet, sondern andeutet. Die Acrylpaste macht das Bild plastisch und materiell, als hätte es eine eigene Haut. man sieht nicht nur Farbe, man spürt Material und Widerstand, als wäre das Bild auch eine kleine Relief-Erfahrung.

Und dann die blau-violetten Formen im Vordergrund: Sie schneiden nicht, sie öffnen. Sie sind Kontrast, der das Licht erst wahr macht. Denn hier entsteht Leuchten nicht durch Harmonie, sondern durch Spannung, durch das Nebeneinander von Wärme und Kante, von Weite und Eingriff.

So führt das Bild den Blick wie eine innere Bewegung: vom Feld über den Grat zum roten Kern. Es zeigt nicht „eine Landschaft“, sondern den Moment, in dem etwas kippt und beginnt. Ein Aufbruch ohne fertige Kontur, aber mit einem klaren Signal: Jetzt.

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Kalenderblatt
28. Januar

Kalenderblatt zum 28. Januar

Das Kalenderblatt zum 28. Januar
„Das vergessene Mantram im zerbrochenen Zeichenraum“
„The Forgotten Mantram in the Shattered Sign-Space“
„El Mantram Olvidado en el Espacio de Signos Fragmentado“

Mixed Media auf Aquarellbütten ca 15 x 21 cm

Dieses Bild wirkt wie ein geheimes Fragment aus einer Welt, die nicht erklärt werden will  und genau darin liegt seine magnetische Kraft. Es ist kein „Motiv“, das man einfach erkennt und abhakt, sondern ein Zeichenfeld, eine verschlüsselte Landschaft zwischen Innenraum und Außenwelt, zwischen Erinnerung und Vision. Schon im ersten Blick spürt man: Hier geschieht etwas, das älter ist als Worte. Die Oberfläche lebt, sie vibriert, sie trägt Spuren von Berührung, Verdichtung, Widerstand, als hätte sich die Zeit selbst in Schichten abgelegt. Das Blau, dominant und umhüllend, wirkt wie ein kosmischer Nachthimmel, wie ein Schutzmantel aus Tiefe und Stille, der alles umschließt und zugleich verschluckt. Es ist ein Blau, das nicht freundlich ist, sondern ehrlich, ein Blau, das flüstert: „Komm näher, aber sei bereit, etwas zu verlieren.“

Im Zentrum öffnet sich eine Struktur wie ein zerbrochener Zeichenraum, eine Art aufgerissene Wand oder Splitterportal, das an alte Fresken, abgewetzte Mauern oder verwitterte Schriftträger erinnert. Diese Fläche ist nicht glatt, sondern brüchig, kratzend, voller Spuren, als wäre sie von innen heraus erschüttert worden. Gerade dadurch entsteht ein Sog: Man will hineinsehen, hineinlesen, entziffern. Und genau da beginnt der eigentliche Zauber, denn dieses Werk verweigert die eindeutige Botschaft und schenkt stattdessen etwas Wertvolleres: die Erfahrung des Geheimnisses.

Die gelbgrünen Bereiche am unteren Rand leuchten wie eine verborgene Erde, wie ein Terrain aus Moos, Licht, verwunschenem Wald, ein Boden, auf dem etwas wächst, obwohl es nicht wachsen dürfte. Das Gelb ist kein Sonnenlicht, es ist eher ein inneres Leuchten, eine Ahnung von Energie, die sich durch die Materie drückt. Dazwischen stehen kleine farbige Signale, insbesondere die warmen Rot- und Orangetöne, wie Markierungen eines Rituals, wie ein plötzliches Aufblitzen von Leben inmitten einer alten, stillen Ordnung. Rot wird hier zum Herzschlag, zum Alarm, zum geheimen Impuls: Hier ist Präsenz. Hier ist Entscheidung. Hier ist ein Moment, der zählt.

Je länger man schaut, desto stärker fühlt es sich an, als sei dieses Werk eine Karte, aber keine geografische, sondern eine seelische Karte. Es zeigt Übergänge, Schwellen, Durchgänge. Es zeigt, wie sich etwas in uns verschiebt, wie alte Strukturen brechen, wie Bedeutungen zerfallen und wie im selben Augenblick neue Zeichen auftauchen, roh, noch unübersetzt, aber voller Wahrheit. Dieses Bild spricht nicht davon, dass alles heil ist. Es spricht davon, dass etwas aufbricht, dass etwas frei wird. Und gerade deshalb besitzt es diese stille Autorität: Es ist nicht Dekoration, es ist Transformation.

Man könnte sagen: Dieses Werk ist wie das Echo eines Satzes, den man einmal wusste und dann vergessen hat. Ein Satz, der nicht im Kopf gespeichert ist, sondern im Körper, im Unterbewusstsein, in einer tieferen Schicht des Erlebens. Ein vergessenes Mantram, das nicht mehr „gesprochen“ wird, sondern sich als Gefühl zurückmeldet, als Spur, als Zeichen, als unruhige Schönheit. Und genau hier liegt die Essenz: Das Bild fordert nicht, dass man es versteht. Es fordert nur, dass man es zulässt. Dass man sich einen Moment lang einlässt auf das Ungewisse, auf das Unfertige, auf das Rätselhafte. Denn manchmal ist das Geheimnis nicht da, um gelöst zu werden, sondern um uns daran zu erinnern, dass wir mehr sind als das, was wir benennen können.

Am Ende bleibt ein Eindruck zurück, der ungewöhnlich lange nachklingt: eine Mischung aus Schutz und Gefahr, von Tiefe und Aufbruch, von Stille und Botschaft. Dieses Bild wirkt wie ein Tor in eine Zone, die man nicht betritt, um Antworten zu finden, sondern um sich selbst wieder zu begegnen, dort, wo das Denken aufhört und die innere Wahrheit beginnt. Und genau deshalb trägt es diese besondere, geheimnisvolle Aura: Es ist ein Kunstwerk, das nicht erklärt, sondern erweckt.

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