
„Monte Curiano Blick auf Civitella Marittima“
„View of Civitella Marittima“
„Vista de Civitella Marittima“
Aquarell auf Aquarellpapier ca 21 x 15 cm
Es ist eine Landschaft, die weniger von einem Ort erzählt als von der Erinnerung an ihn. Zwei Bäume stehen im Vordergrund, ihre Kronen leuchten in warmen Gelb-, Orange- und Rottönen, als hätten sie das Licht eines ganzen Sommers in sich bewahrt. Zwischen ihnen erscheint, klein und dunkel, die Silhouette eines fernen Ortes.Die Bäume wirken wie stille Wesen, die einander über eine unsichtbare Entfernung hinweg begegnen. Ihre Kronen scheinen sich beinahe zu berühren, während ihre Stämme fest in einer Landschaft stehen, deren Boden sich in zarten Farbschleiern aufzulösen beginnt.
Nichts in diesem Bild ist vollkommen greifbar. Die Farben fließen ineinander, Entfernungen verlieren ihre Eindeutigkeit. Das Dorf am Horizont könnte ebenso gut eine Erinnerung sein, ein Ort, den man einmal gesehen hat und dessen Erscheinung sich im Gedächtnis verändert.
Gerade darin liegt der eigentümliche Zauber dieser Landschaft. Sie zeigt nicht einfach einen Blick auf Civitella Marittima, sondern jenen flüchtigen Augenblick, in dem äußere Wahrnehmung und innere Bilder miteinander verschmelzen.
Die Landschaft wird zum Erinnerungsraum. Was bleibt, ist weniger die Gewissheit eines Ortes als das Gefühl, dort gewesen zu sein.