Kalenderblatt
21. September

... und wieder werden meine Pläne durchkreuzt.

Kalenderblatt vom 21. September
„… und wieder werden meine Pläne durchkreuzt.“
„… and again my ideas are blocked“
„… y de nuevo mis planes son destruidos“

Acryl, Acrylpaste auf Aquarellbütten ca. 15 x 21 cm

Es gibt Bilder, die von Ordnung erzählen, und solche, die zeigen, wie wenig sich das Leben um unsere Ordnung kümmert.

Drei große Farbfelder bestimmen den Raum. Gelb, Rot und ein tiefes Violettblau liegen übereinander wie unterschiedliche Zustände. Sie wirken klar voneinander getrennt, beinahe verlässlich. Doch diese Sicherheit hält nicht lange. Linien durchqueren die Flächen, kreuzen einander, brechen Richtungen ab und setzen neue.

Die goldene Vertikale scheint zunächst Halt zu geben. Sie steht aufrecht, beinahe unbeirrbar. Eine helle Diagonale steigt aus der Dunkelheit empor, als hätte sie ein Ziel. Doch andere Linien kommen ihr entgegen. Nichts bleibt für sich. Jede Richtung muss mit einer anderen rechnen.

Vielleicht liegt genau darin die eigentliche Spannung des Bildes. Ein Plan ist zunächst nichts anderes als eine Linie, die wir gedanklich in die Zukunft ziehen. Wir glauben zu wissen, wo sie beginnt und wohin sie führen soll. Dann tritt etwas in unser Leben, eine Begegnung, ein Verlust, ein Zufall, eine Entscheidung, und plötzlich verläuft diese Linie anders.

Doch das Durchkreuzen bedeutet nicht zwangsläufig Scheitern.

Manchmal entsteht erst durch die Störung eine neue Ordnung. Die Linie, die unseren Weg kreuzt, kann Hindernis sein. Sie kann aber ebenso eine Richtung sichtbar machen, die wir selbst nicht vorgesehen hatten.

So erzählt dieses Bild weniger von zerstörten Plänen als von der Erfahrung, dass unser Leben sich niemals vollständig entwerfen lässt. Unter allen Entscheidungen und Absichten bleibt etwas Unverfügbares.

Wir zeichnen unsere Linien. Das Leben zeichnet seine dazu.

Und irgendwo dort, wo sie sich kreuzen, beginnt etwas, das wir nicht geplant haben.

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