Kalenderblatt
29. August

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Das Kalenderbild zum 29. August
„Die Sonne weiß nichts vom Sturm“
„The Sun Knows Nothing of the Storm“
„El sol no sabe nada de la tormenta“

Acryl und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 15 x 21 cm

Hier liegt keine Landschaft still vor dem Betrachter. Kräfte stoßen aufeinander.

Unten das Meer.

Es ist nicht blau. Jedenfalls nicht nur. Weiß fährt hinein, Grün, Gelb und Dunkelblau brechen gegeneinander. Das Wasser scheint sich selbst aufzureißen. Es gibt keine einzelne Welle, an der der Blick zur Ruhe kommen könnte. Das ganze Meer ist Bewegung.

Darüber erhebt sich das Land.

Die Berge stehen dunkel gegen den Himmel, schwer und beinahe schwarz. Doch auch sie sind nicht unbewegt. Rot, Braun, Violett und kleine Spuren von Licht durchdringen ihre Oberfläche. Als hätten sie das Feuer des Himmels aufgenommen und hielten es nun in ihrem Inneren fest.

Und dann dieser Himmel.

Gelb. Orange. Glühend.

Man könnte versuchen, ihn sorgfältig in verschiedene Farbtöne zu zerlegen. Doch dieser Himmel will nicht beschrieben werden.

Er will leuchten.

Links steht die Sonne.

Gerade sie ist nicht der stärkste Teil des Bildes. Sie erscheint blass, beinahe durchsichtig. Rings um sie scheint der Himmel stärker zu brennen als sie selbst.

Vielleicht ist sie deshalb gar nicht das Zentrum.

Vielleicht ist sie nur der Ursprung einer Kraft, die längst das ganze Bild erfasst hat.

Zwischen Himmel und Meer liegen die Berge wie eine dunkle Schwelle. Drei Welten entstehen:

Licht.
Erde.
Wasser.

Sie berühren einander und bleiben doch getrennt.

Das Meer weiß nichts von der Ruhe der Berge.

Die Berge wissen nichts von der Bewegung des Wassers.

Und hoch darüber steht die Sonne, als hätte der ganze Aufruhr mit ihr nichts zu tun.

Daraus entsteht der Titel:

„Die Sonne weiß nichts vom Sturm“

Er beschreibt nicht einfach, was auf dem Bild dargestellt ist. Er bezeichnet den Widerspruch, der die Landschaft durchzieht.

Unten Aufruhr.
In der Mitte Widerstand.
Oben Licht.

Das Bild versucht nicht, diese Gegensätze miteinander zu versöhnen.

Es lässt sie gleichzeitig bestehen.

Und vielleicht ist das näher an der Natur als jede friedliche Landschaft.

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