Kalenderbild
28. August

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Das Kalenderbild zum 28. August
“Durch’s Feuer …”
“Through the fire …”
“Pasando por el  fuego …”

Acryl und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 15 x 21 cm
     

Das Bild scheint in Flammen zu stehen. Orange, Rot und Gelb überziehen fast die gesamte Fläche, stoßen gegeneinander, überlagern sich und reißen immer wieder auf. Dazwischen bleiben weiße Partien stehen, als hätte die Farbe sie nicht vollständig erfassen können.

Doch „Durch’s Feuer …“ erzählt nicht einfach von Feuer.

Der Titel enthält eine Bewegung: hindurch.

Im rechten Zentrum zieht sich eine dunkle, geschwungene Linie durch die glühende Farbfläche. Sie windet sich, bildet Schleifen, verdichtet sich und setzt ihren Weg fort. Für einen Moment könnte darin eine Figur erscheinen, vielleicht ein Körper in Bewegung. Doch kaum glaubt man, ihn erkannt zu haben, löst er sich wieder in Linie und Farbe auf.

Etwas bewegt sich durch dieses Bild, ohne dass wir genau wissen, was es ist.

Links unten sammelt sich dagegen eine dunklere, erdige Masse. Braun, Schwarz und Orange verdichten sich zu etwas Schwerem, beinahe Verkohltem. Auch hier entstehen gegenständliche Andeutungen: ein Körper, ein Tier, ein zurückgelassener Rest? Das Bild entscheidet sich nicht.

Gerade diese beiden dunklen Bereiche geben der leuchtenden Farbigkeit ihren Widerstand. Das Feuer wird dadurch nicht zur dekorativen Explosion aus Rot und Gelb. Es bekommt etwas, woran es sich abarbeiten kann.

Die Acrylpaste verstärkt diesen Eindruck. Farbe liegt nicht nur auf dem Papier, sondern bildet Spuren, Grate und Verdichtungen. Die Oberfläche wirkt, als sei sie selbst einem Prozess ausgesetzt gewesen: aufgetragen, überlagert, aufgebrochen und erneut bearbeitet.

Der Titel lässt sich deshalb auch als Bild einer Transformation lesen. Nicht im Sinne einer einfachen Läuterung, bei der am Ende alles hell und gut geworden wäre. Feuer kann wärmen und verwandeln, aber ebenso zerstören. Und wer hindurchgeht, bleibt möglicherweise nicht derselbe.

Vielleicht liegt darin die eigentliche Spannung des Bildes:

Das Feuer ist nicht das Ziel.
Es ist der Raum, der durchquert werden muss.

Was auf der anderen Seite wartet, bleibt offen.

Die drei Punkte im Titel sind deshalb entscheidend:

„Durch’s Feuer …“

Der Satz endet nicht.

Und das Bild auch nicht.

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