Kalenderblatt
10. April

Im Wirrwarr der Zeiten

Das Kalenderblatt zum 10. April
“Im Wirrwarr der Zeiten”
“In the chaos of times”
“En el caos de los tiempos”

Acryl und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 21 x 15 cm

Zwischen den Schichten der Zeit, dort, wo Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ineinanderfließen wie Farben auf nassem Papier, existierte einst ein Ort, den niemand mit gewöhnlichen Augen sehen konnte. Er war kein Land und keine Welt, sondern ein lebendiges Gewebe aus Erinnerungen, Möglichkeiten und vergessenen Träumen.

Man nannte ihn das Wirrwarr der Zeiten.

In diesem Geflecht wanderte eine Gestalt, weder jung noch alt, weder Mann noch Frau, getragen von einer leisen Sehnsucht. Sie wusste nicht, woher sie kam, doch sie spürte: Etwas in ihr suchte nach Ordnung im Chaos, nach einem Klang, der alle Brüche verbindet.

Über ihr glühten Sonnen, mehrere zugleich, als hätten sich verschiedene Himmel übereinandergelegt. Jede Sonne war ein anderes Versprechen, ein anderes Leben, ein anderer Weg, den sie hätte gehen können. Unter ihr flossen Ströme aus Farben, die sich nicht entscheiden konnten, ob sie Wasser, Erinnerung oder Gefühl waren.

Plötzlich begann der Boden zu sprechen.

Nicht mit Worten, sondern mit Bildern. Fragmente erschienen, ein Lachen, das längst verklungen war, ein Abschied, der nie ganz verstanden wurde, ein Moment reiner Stille, in dem alles möglich gewesen wäre. Die Zeiten waren nicht getrennt, sie waren verwoben, und jede Entscheidung hatte Fäden in alle Richtungen gesponnen.

Die Gestalt blieb stehen.

Zum ersten Mal erkannte sie, dass das Chaos kein Fehler war.

Es war ein Muster.

Ein wildes, ungezähmtes, wunderschönes Muster, das sich nur dem erschloss, der bereit war, es nicht kontrollieren zu wollen. Die Farben begannen zu pulsieren, als hätten sie auf dieses Verständnis gewartet. Die Sonnen rückten näher, bis ihr Licht nicht mehr blendete, sondern wärmte.

Und dann geschah etwas Unerwartetes.

Die Gestalt streckte die Hand aus, nicht, um etwas zu ordnen, nicht, um zu greifen, sondern um zu fühlen. Und in diesem Moment verbanden sich die Fäden. Nicht zu einer geraden Linie, sondern zu einem lebendigen Netz, das trug, statt zu verwirren.

Das Wirrwarr löste sich nicht auf.

Es wurde lesbar.

Die Gestalt lächelte, denn sie verstand nun: Zeit ist kein Fluss, der vergeht, sie ist ein Raum, der sich öffnet. Und wer den Mut hat, sich darin zu verlieren, wird nicht untergehen, sondern sich selbst begegnen.

So ging sie weiter, nicht mehr suchend, sondern wissend, dass selbst im größten Durcheinander eine verborgene Ordnung pulsiert, die nur darauf wartet, erkannt zu werden.

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