
Das Kalenderblatt zum 7. März
“Zwischenräume”
“Spaces between”
“Espacios”
Aquarell auf Aquarellbütten ca 15 x 21 cm
„Zwischenräume“ ist ein Bild, das atmet. Schon beim ersten Blick entsteht das Gefühl, dass hier weniger das Sichtbare als vielmehr das Unsichtbare zwischen den Formen erzählt wird. Die Komposition wirkt wie eine stille Landschaft des Inneren, ein Raum, in dem sich Farbe, Stille und Bewegung gegenseitig berühren.
Zarte Übergänge aus Blau, Grün und Gelb öffnen eine Atmosphäre von Weite und Durchlässigkeit. Nichts wirkt abgeschlossen. Alles scheint im Werden, im Übergang. Gerade diese Offenheit erzeugt eine besondere Spannung: Das Wesentliche liegt nicht in den Formen selbst, sondern in den Zwischenräumen, in den leisen Zonen, in denen Farbe ausläuft, sich verdichtet oder sanft vergeht.
Die kraftvolle vertikale Form links – ein tiefes, geheimnisvolles Violett – wirkt wie eine Schwelle oder ein Tor. Sie steht ruhig und zugleich lebendig im Raum, als würde sie einen Übergang markieren: vom Bekannten ins Unbekannte, vom Sichtbaren ins Spürbare. Daneben entfaltet sich ein helles Feld aus Türkis und sanften Pastelltönen, ein Raum der inneren Weite, der fast wie ein Atemzug wirkt.
Besonders faszinierend ist die gelbe, nach unten führende Linie. Sie erscheint wie eine Spur von Licht, ein Weg, der sich durch das Bild zieht und gleichzeitig Orientierung und Bewegung schenkt. Dieses Gelb wirkt nicht laut, sondern konzentriert, wie eine innere Energie, die aus der Tiefe aufsteigt und den Raum strukturiert.
Die oberen, skizzenhaften Strukturen erinnern an flüchtige Gedanken oder Erinnerungen. Sie sind nur angedeutet, fast wie Spuren im Sand, und verstärken das Gefühl, dass dieses Bild von Übergängen, Momenten und Zwischenzuständen erzählt.
Gerade darin liegt seine besondere Kraft: „Zwischenräume“ lädt nicht dazu ein, etwas eindeutig zu erkennen, sondern etwas zu entdecken. Es öffnet einen stillen Dialog mit dem Betrachter. Jeder Blick kann eine andere Bedeutung freilegen, jede Wahrnehmung einen neuen Raum.
So wird das Bild zu einer Einladung, die seltene Qualität der Zwischenräume wahrzunehmen, jene stillen Orte im Leben, in denen Wandlung geschieht, bevor etwas sichtbar wird. Es erinnert daran, dass Entwicklung nicht nur in klaren Formen stattfindet, sondern vor allem dort, wo Offenheit, Stille und Möglichkeit sich begegnen.
Am Ende bleibt ein Eindruck von poetischer Leichtigkeit und stiller Tiefe. „Zwischenräume“ ist kein abgeschlossenes Bild, es ist ein Erfahrungsraum, der sich mit jedem Blick weiter entfaltet.