Kalenderblatt
29. Dezember

Es ist zu spät. Das Picknick ist zu Ende

Kalenderblatt vom 29. Dezember
“Es ist zu spät. Das Picknick ist zu Ende”
“It’s too late. The picnic is finished.”
“Es demasiado tarde. El picnic está terminado”

Acryl, Acrylpaste auf Aquarellpapier ca. 15 x 21 cm

Dieses Bild verkündet eine Wahrheit, die man nicht überhören kann: Der Moment der Unschuld ist vorbei. Was eben noch Leichtigkeit, Farbenfreude und scheinbare Ordnung war, kippt unaufhaltsam in Bewegung, Reibung und Konsequenz. „Es ist zu spät. Das Picknick ist zu Ende“ ist kein nostalgischer Seufzer, es ist ein klarer Schnitt.

Die Komposition wirkt wie ein aufgerissener Zeitteppich. Blau- und Violetttöne lagern schwer im oberen Bereich, kühl, verdichtet, fast erdrückend, als hätte der Himmel beschlossen, nicht länger neutral zu bleiben. Darunter brechen Gelb, Türkis und Grün hervor, Fragmente von Lebenslust, Erinnerung an Wärme und Unbeschwertheit. Doch sie bleiben nicht unberührt. Rote und erdige Spuren schneiden durch die Fläche wie Spuren einer Eskalation, wie die sichtbaren Folgen einer Entscheidung, die nicht mehr rückgängig zu machen ist.

Die Acrylpaste trägt dabei eine entscheidende Botschaft: Nichts ist glatt, nichts ist abgeschlossen, nichts lässt sich einfach wegwischen. Die Oberfläche ist verletzt, aufgeraut, widerständig. Sie erzählt von Druck, von Schichten, die übereinandergelegt wurden, ohne sich wirklich zu verbinden. Genau darin liegt die emotionale Kraft des Werkes: Das Bild zeigt nicht den Moment des Zusammenbruchs, es zeigt das Danach.

Was hier endet, ist nicht nur ein Picknick. Es endet eine Illusion. Die Illusion, dass man ewig verweilen kann, ohne Stellung zu beziehen. Die Illusion, dass Schönheit ohne Verantwortung existiert. Die Farben wirken wie Überreste eines Festes, das zu lange gedauert hat, zurückgelassene Decken, zertretenes Gras, verschütteter Wein. Das Vergnügen hat Spuren hinterlassen.

Und doch ist dieses Bild kein reines Abgesangswerk. In der Bewegung, im Aufbrechen, im chaotischen Ineinandergreifen der Farben liegt auch eine radikale Ehrlichkeit. Es ist der Moment, in dem Klarheit entsteht. Wenn das Picknick vorbei ist, beginnt etwas anderes: Bewusstsein, Reife, Wahrheit. Dieses Werk fordert nicht Trost, es fordert Wahrnehmung.

Es ist zu spät, ja. Aber genau darin liegt seine Kraft. Denn was zu spät ist, kann nicht mehr beschönigt werden. Und was nicht mehr beschönigt wird, kann endlich wahrhaftig sein.

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