
Das Kalenderblatt zum 20. Dezember
“Genesis des Morgens”
“Genesis of the Morning”
“Génesis de la Mañana”
Dieses Bild ist kein Morgen, es ist der Moment davor.
Der Augenblick, in dem die Welt noch nicht entschieden hat, ob sie sich zeigt oder verbirgt. „Genesis des Morgens“ erzählt nicht von einem Sonnenaufgang im klassischen Sinn, sondern von der Geburt des Lichts aus dem Ungeformten.
Aus einem atmenden Feld aus Grau, Blau und erdigem Rosa löst sich ein leuchtender Kern. Das Gelb ist kein Farbton, es ist ein Versprechen. Es pulsiert, nicht laut, sondern unabwendbar, wie eine Wahrheit, die sich nicht mehr zurückhalten lässt. Um dieses Zentrum herum liegt die Welt noch im Übergang: Wolkenhafte Strukturen, aufgelöst und zugleich verdichtet, als würde sich Materie erinnern, dass sie einst Licht war.
Die Wasserfarben tun, was sie am besten können: Sie fließen, verlaufen, widerstehen der Kontrolle. Genau darin liegt die Kraft des Bildes. Es gibt keine scharfen Grenzen, keine endgültigen Formen. Alles ist Werden. Alles ist Anfang. Der Morgen entsteht hier nicht durch Klarheit, sondern durch Hingabe.
Was dieses Bild so überzeugend macht, ist seine innere Dramaturgie: Das Licht dominiert nicht, es behauptet sich. Es muss nicht strahlen, um präsent zu sein. Es ist einfach da. Unerschütterlich. Und genau dadurch wirkt es tief spirituell, ohne pathetisch zu werden. Ein Schöpfungsmoment ohne religiöse Symbolik, aber voller Sinn.
„Genesis des Morgens“ wirkt wie ein Spiegel für innere Prozesse. Jeder kennt diesen Zustand: wenn etwas Neues in uns auftaucht, noch zart, noch schutzbedürftig, umgeben von Zweifel, Nebel, Unklarheit – und dennoch nicht mehr aufzuhalten. Dieses Bild hält genau diesen Moment fest.
Es lädt nicht zum schnellen Sehen ein, sondern zum Verweilen. Je länger man bleibt, desto mehr beginnt es zu sprechen. Nicht in Worten, sondern in Stimmungen, Erinnerungen, Ahnungen. Ein Bild, das nicht erklärt, sondern öffnet.
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