
Frieden: Beethoven “Ode an die Freude”
Acryl, mixed Media, 30 x 30 cm Lwd
Dieses Bild ist kein stiller Frieden. Es ist ein erkämpfter, errungener, vibrierender Frieden, einer, der nicht aus Abwesenheit von Konflikt entsteht, sondern aus dessen Durchdringung. Im Zentrum der Komposition explodiert ein energetischer Kern, roh und leuchtend zugleich, wie der Augenblick, in dem aus Chaos Sinn geboren wird. Von hier aus schießen Linien in alle Richtungen, wie Klangstrahlen, wie die ersten Takte einer Melodie, die sich unaufhaltsam Raum verschafft.
Das dominierende Rot spricht die Sprache der Menschlichkeit: Leidenschaft, Schmerz, Opfer, Liebe. Es ist das Rot der Geschichte, der Wunden, aber auch der ungebrochenen Lebenskraft. Dieses Rot wird nicht gezähmt, es darf fließen, reißen, sprengen. Und genau darin liegt seine Wahrheit. Denn Frieden, so macht dieses Werk unmissverständlich klar, ist kein Zustand der Glätte, sondern ein Zustand der Integration.
Die eingearbeiteten Fragmente der „Ode an die Freude“ sind mehr als ein Zitat. Sie sind das kollektive Gedächtnis der Menschheit, die Sehnsucht nach Brüderlichkeit, die Beethoven in Klang gegossen hat. Die Noten sind nicht brav lesbar, sie sind übermalt, durchbrochen, teilweise verdeckt. weil auch die große Vision von Frieden immer wieder überlagert wird von Realität. Und dennoch: Sie bleibt hörbar. Unzerstörbar. Tragend.
Goldene Flächen und Partikel verleihen dem Werk eine fast sakrale Dimension. Gold steht hier nicht für Luxus, sondern für Würde. Für den inneren Wert des Menschseins, der selbst im Aufruhr Bestand hat. Es ist das Licht, das nicht von außen kommt, sondern aus dem Innersten herausbricht, genau dort, wo die Linien sich kreuzen, wo Spannung zur Quelle wird.
Dieses Bild verlangt keine distanzierte Betrachtung. Es zieht hinein. Es konfrontiert. Es erinnert. Frieden wird hier nicht versprochen, er wird eingefordert. Als Haltung. Als Entscheidung. Als schöpferischer Akt. Wie Beethovens Musik selbst ist dieses Werk ein Appell an die innere Freiheit: an den Mut, die eigene Stimme im Getöse der Welt zu erheben und Teil eines größeren Einklangs zu werden.
Am Ende bleibt kein leiser Nachhall, sondern eine klare Botschaft: Frieden ist Bewegung. Frieden ist Mut. Frieden ist ein Werk, das wir immer wieder neu erschaffen müssen.
Das Bild ist noch bis 01.03.2026 im Kunsthaus Frankenthal in der Jahresausstellung des Kunstkeises Frankenthal zum Thema FRIEDEN zu sehen.