
“Topographie des Friedens”
Acryl, Mixed Media, 70 cm x 50 cm auf Lwd
„Topographie des Friedens“ ist ein Raum, den man betritt. Schon der erste Eindruck wirkt wie ein inneres Aufatmen: Oben öffnet sich ein kraftvolles, leuchtendes Gelb, ein Himmel der Klarheit, der Hoffnung, der geistigen Weite. Dieses Gelb ist nicht dekorativ, es ist eine Entscheidung. Es setzt einen Horizont, der nicht trennt, sondern schützt, wie ein Versprechen, dass über allem Chaos etwas Größeres wacht.
Darunter breitet sich ein weitläufiges Blau aus, ruhig, atmend, getragen von sanften, fast meditativen Spuren. Dieses Blau ist kein starres Feld, sondern Bewegung in Zeitlupe. Es erinnert an Wasser, an Luft, an Bewusstsein. Hier wohnt der Frieden nicht als Abwesenheit von Konflikt, sondern als tiefe innere Ordnung, die nichts beweisen muss. Die feinen Kratzspuren wirken wie Erinnerungen, Spuren des Lebens, die nicht ausgelöscht wurden, sondern integriert sind.
Die kleinen dunklen Punkte, scheinbar zufällig gesetzt, entfalten eine subtile Magie. Sie sind Anker, Gedanken, Wegmarken. Wie Sterne am Tag oder Samen im Raum markieren sie Orientierung ohne Richtung vorzugeben. Frieden zeigt sich hier nicht als Stillstand, sondern als bewusst gesetzte Präsenz im Fluss der Dinge.
Im unteren Bildraum verdichtet sich alles. Warme Ocker-, Rot-, Weiß- und Violetttöne überlagern sich, brechen auf, verbinden sich neu. Das ist die gelebte Erde, das geformte Leben, die Erfahrung. Hier wird gerungen, geliebt, erinnert, losgelassen. Die kraftvollen Spachtelbewegungen erzählen von Tiefe, von Schichten, von gelebter Zeit. Nichts ist glatt, und genau darin liegt die Wahrheit.
„Topographie des Friedens“ macht sichtbar, was oft unsichtbar bleibt: Frieden entsteht nicht oben oder unten, nicht im Himmel oder in der Materie, er entsteht im Zusammenspiel. Zwischen Klarheit und Erfahrung, zwischen Weite und Verdichtung, zwischen Ordnung und gelebtem Chaos. Dieses Bild verkauft keine Illusion. Es bietet Resonanz.
Wer dieses Werk betrachtet, erkennt vielleicht: Frieden ist kein Zustand, den man erreicht. Frieden ist eine Landschaft, die man immer wieder neu durchschreitet. Und genau deshalb wirkt dieses Bild so überzeugend, so still und zugleich so kraftvoll. Es spricht nicht laut, es bleibt.
Das Bild ist noch bis 01.03.2026 im Kunsthaus Frankenthal in der Jahresausstellung des Kunstkeises Frankenthal zum Thema FRIEDEN zu sehen.