„Krieg & Frieden · Schostakowitsch · 7. Symphonie Die Leningrader“
Acryl, Mixed Media, 30 cm x 30 cm auf Lwd,
Dieses Werk ist ein Schlag in das Bewusstsein. Eine visuelle Verdichtung von Krieg und Frieden, nicht erzählt, sondern körperlich spürbar gemacht. Die dunklen, aufgerissenen Flächen wirken wie eine verwundete Erde, wie Mauern, die zu lange unter Druck standen und nun ihre Geschichte preisgeben. In diese Schwere schneiden rote und gelbe Linien wie Sirenen durch Rauch, wie Marschrhythmen, wie das unaufhaltsame Vorrücken einer Macht, die keinen Dialog kennt. Nichts hier ist zufällig weich: Jeder Farbausbruch ist ein Akt, jede Spur ein Zeugnis von Widerstand.
Und doch, mitten in dieser Brutalität öffnet sich etwas. Eine kreisende Bewegung, unvollständig, tastend, fast suchend. Kein geschlossener Schutzraum, sondern der Versuch, standzuhalten. Genau hier beginnt Frieden nicht als Zustand, sondern als innere Entscheidung. Der verdichtete rote, fast organische Körper im unteren Bildraum wirkt wie ein offenes Herz, verletzt, aber nicht gebrochen. Goldene Einschlüsse blitzen auf wie Würde, die sich nicht auslöschen lässt, wie das Unzerstörbare im Menschen selbst unter extremster Bedrohung.
Dieses Bild verherrlicht nichts. Es erinnert. Es mahnt. Es steht. Frieden erscheint hier nicht als Idylle, sondern als hart errungene Möglichkeit, geboren aus Schmerz, Disziplin und innerer Haltung. Die Komposition folgt keinem narrativen Ablauf, sondern einem inneren Rhythmus, wie Musik, die nicht erklärt, sondern trägt. Was bleibt, ist eine klare Botschaft: Überleben ist Widerstand. Menschlichkeit ist Stärke. Und Kunst kann dort sprechen, wo Worte versagen.
Das Bild ist noch bis 01.03.2026 im Kunsthaus Frankenthal in der Jahresausstellung des Kunstkeises Frankenthal zum Thema FRIEDEN zu sehen.